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Was ist Rastafari? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Rastafaris - Bewegung und Kultur:

Während der 1930er Jahre entstand in Jamaika die Bewegung der Rastafari (Rasta). Sie entsprang aus dem Christentum, lehrt den Gott Haile Selassies und ist mittlerweile eine weltweit verbreitete Kultur beziehungsweise Glaubensrichtung. Nach der Krönung Haile Selassies zum Kaiser von Äthiopien erfüllte sich die Prophezeiung des jamaikanischen Politikers Marcus Garvey.

Rastafaris - Bewegung und Kultur

Die Rastafari-Bewegung

  • Als wichtigste Quelle werden Abschnitte der Bibel betrachtet, insbesondere das letzte Buch im Neuen Testament, die Offenbarung des Johannes. Die Bewegung versteht sich als Heilserwartungsbewegung, das heißt der Rastafari glaubt an ein baldiges Eintreten einer heilen Welt durch eine übersinnliche Macht beziehungsweise Gottheit.
  • Die Wiederkehr von Haile Selassies als Messias, als lebendiger Gott auf der Erde, wird erwartet. Durch die Krönung Selassies im Jahr 1930 wird dieses Ereignis jedoch als bereits eingetreten betrachtet. Weiterhin wird die Weltanschauung des Westens abgelehnt und die Bewegung setzt sich für die Gleichberechtigung schwarzer Mitmenschen ein.
  • Die traditionellen Farben der Bewegung sind Rot, Gold (bzw. Gelb), Grün. Für die Rastas haben diese Farben symbolische Bedeutung. Rot drückt das Blutvergießen und die Gewalt an den entführten, afrikanischen Sklaven aus. Gold steht für Reichtum, der den Sklaven gestohlen wurde. Grün symbolisiert das Mutterland Äthiopien beziehungsweise den gesamten Kontinent Afrika.


Die Kultur der Rastafaris

  • Rastas verstehen den Menschen als Individuum und sind demnach für die Akzeptanz der freien Meinung. Allerdings lassen sich auch patriarchalische Strukturen des Alten Testaments finden, in denen beispielsweise Frauen ihre Köpfe bedecken sollen oder ihrem Mann treu sein müssen, auch wenn dieser es nicht ist. Ebenso lehnen die Rastafaris Homosexualität ab. Alkohol und Tabak werden auch abgelehnt. Möglichst wenige bis gar keine tierischen Produkte werden zur Nahrungsaufnahme verwendet, da sie glauben, dass sich die Menschen in der Schöpfungsgeschichte von Früchten und Kräutern ernährten.
  • Als traditionelles Ritual konsumieren viele, jedoch nicht alle, Rastafaris Cannabis, auch Ganja genannt. Sie versuchen dadurch zu Meditieren, Nachzudenken oder mit anderen in der Gruppe zu debattieren. Im Alten Testament wird die Hanfpflanze, aus welcher das Cannabis gewonnen wird, als Mittel zur „Heilung der Völker“ angesehen.
  • Das Äußere eines Rastas ist oftmals durch Dreadlocks und einen ungestutzten Bart gekennzeichnet. Dadurch soll ihre Verbundenheit zu Gott und der Natur zum Ausdruck kommen. Bekannt wurden die Kultur und die Bewegung der Rastafaris besonders in den 1970er Jahren durch die Reggae-Musik (Bob Marley).

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