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Welche Regeln gelten beim Stierkampf?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Der Stierkampf ist ist für die meisten von uns ein tierquälerisches Gemetzel.

Der Stierkampf, Corrida de torros, ist ist für die meisten von uns ein tierquälerisches Gemetzel und wir würden ihn am liebsten überall in der Welt verbieten. Aber wir müssen auch verstehen, dass der Stierkampf für viele Menschen, die ihn von Kindheit an erleben, noch etwas anderes ist: Ein altes Ritual, Teil der kulturellen Identität, ein Gesamtkunstwerk. Trotzdem ist es für die Tiere Schmerz und Folter. Hoffen wir, dass sich diese Erkenntnis auch bei immer mehr Spaniern durchsetzt.

  • Der Stierkampf in Spanien folgt Regeln, deren Einhaltung ein Präsidium kontrolliert und die auch vom Publikum eingefordert werden, weil es sonst Schmährufe und Pfiffe gibt. 
  • Die Aufgaben vom Matador, dem Stiertöter, den Piccadores (Lanzenreitern) und den Banderilleros sind genau festgelegt.  
  • Nur selten will der Stier nicht angreifen. Die Kampfstiere werden schon Tage vor dem Kampf gezüchtigt und oft auch nicht mehr ausreichend gefüttert um die "Kampfeslust" zu steigern.
  • Dem geschwächten und gepeinigten Tier steht ein ungleicher Kampf mit tragischem Ende bevor.
  • Jeder sollte für sich selbst entscheiden wie er dieser blutigen Tradition gegenüber steht. 
    1. Der Kampf ist in drei verschiedene Abschnitte geteilt. Im ersten geht es darum, den Stier zu präsentieren, zu reizen und seine Angriffslust zu wecken. 
    2. Im zweiten Abschnitt wird der Stier durch die Picadores und Banderilleros mit den Lanzen angegriffen und verwundet. 
    3. Im dritten und wichtigsten Abschnitt, der Faena, tritt der Matador mit dem Degen allein gegen den Stier an. Er versucht die Angriffe des verletzten, äußerst gereizten und schon verletzten Tieres zu parieren und wendet dabei kunstvolle Schrittfolgen, ähnlich den Figuren eines Tanzes an. 
    4. Am Schluss wird der Stier mit einem einzigen Stich ins Herz getötet. 
    5. Erfolgreiche Matadoren sind die Helden des Publikums und werden gebührend bejubelt. Aber auch besonders kämpferischen und ausdauernden Stieren wird Ehre bezeugt.
    6. Für Stierkämpfe in Portugal oder in einigen Gegenden Südfrankreichs gibt es andere Regeln. Hier hat der Stier große Chancen, die Arena lebend wieder verlassen zu können, denn es geht mehr um ein Kräftemessen mit dem Tier ohne tödlichen Ausgang.

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