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Wer ist Michael Haneke? - Der Regisseur im Portrait

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:14
Michael Haneke ist ein bedeutender Filmregisseur und wurde mit vielen Ehrungen ausgezeichnet.

Werdegang und Werke

  • Der am 23. März 1942 in München geborene Michael Haneke entstammt einer Schauspielfamilie - der Vater war Regisseur und Schauspieler, die Mutter Schauspielerin am Wiener Burgtheater. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er ihn Wien. Durch sein Umfeld inspiriert, wollte er ebenfalls Schauspieler werden und dafür sogar die Schule abbrechen. Allerdings verpatzte er die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule in Wien, er wurde nicht aufgenommen.
  • Also führte er seine Schulausbildung doch noch zu Ende, machte das Abitur und studierte in Wien unter anderem Theaterwissenschaften. Er erfuhr, dass das Südwestfernsehen in Baden-Baden einen Fernsehdramaturgen suchte und bewarb sich auf die Stelle. Als er diese dann bekam, brach er sein Studium ab und wurde Filmmacher beim Fernsehen. Während dieser Zeit (1967-1971) entstand bereits sein erstes Drehbuch, welches aber nicht veröffentlicht wurde.
  • In der Folgezeit war er als Theaterregisseur an Theatern in verschiedenen Städten tätig, unter anderem auch am Bayerischen Staatsschauspiel in München und am Wiener Burgtheater.
  • "... und was kommt danach?" entstand 1973 und war Hanekes erster Fernsehfilm. In der Folge produzierte er noch weitere Fernsehfilme, zum Beispiel "Sperrmüll" 1976, "Lemminge" 1979 und Kafkas Verfilmung von "Das Schloss" 1997. Weiterhin produzierte er eine ganze Reihe an Kinofilmen, unter anderem "Funny Games", "Code: Unbekannt" und "der siebente Kontinent".
  • Sein bekanntestes Werk dürfte jedoch der Kinofilm "Die Klavierspielerin" sein, nach dem gleichnamigen Roman der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Für diesen Film wurde er 2001 bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes mit dem großen Preis der Jury geehrt.
  • 2005 erhielt er in Cannes für "Caché" die Auszeichnung als bester Regisseur. Dieser Film wurde beim 18. Europäischen Filmpreis in Berlin gleich fünffach ausgezeichnet, unter anderem auch in den Kategorien "bester Film" und "beste Regie".
  • 2006 folgte Hanekes erste Operninszenierung. Es handelte sich um "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart.
  • "Das weiße Band" aus dem Jahre 2009 war ebenfalls ein erfolgreicher Film. Er erhielt in Cannes die begehrte "goldene Palme", eine Auszeichnung für den besten Langzeitfilm, die noch wertvoller ist als der große Preis der Jury. Außerdem erhielt Haneke für dieses Werk den Europäischen Filmpreis für Film, Regie und Drehbuch, den Golden Globe Award als bester fremdsprachiger Film und den deutschen Filmpreis.
  • Sein neuester Spielfilm ist "Liebe". Er wurde 2012 fertiggestellt und brachte ihm erneut eine Einladung zu den internationalen Filmfestspielen nach Cannes ein, wo er wieder die "Goldene Palme" erhielt.
  • Eine weitere Ehrung erfolgte durch Frankreichs Staatspräsidenten Hollande, der Michael Haneke für seinen Einsatz zum Ritter der französischen Ehrenlegion erhoben hatte. Die Erfolgsserie für "Liebe" scheint nicht abzureißen. 2013 erhielt er wieder den Golden Globe Award und außerdem 5 Oscar-Nominierungen.
  • Außerdem lehrt der österreichische Filmemacher seit 2002 an der Filmakademie in Wien Schauspielführung und filmisches Erzählen.

 

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