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Wie entkommt man der Perfektionsfalle?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Die Perfektionsfalle ist ein destruktives Monster das seine armen Opfer konsequent gefangen hält.

Die Perfektionsfalle ist ein unnachgiebiges, destruktives Monster, das seine armen Opfer konsequent gefangen hält, um sie auszusaugen bis auf den allerletzten Blutstropfen.

Meist trifft es Frauen, die hier dem Wahnsinn erliegen, alles in ihrem Leben bis ins letzte Detail zu strukturieren, zu beherrschen und zu lenken. Da gibt es Doppelt- und Dreifachbelastungen wie das Organisieren einer Familie nebst Beruf und weiteren Verpflichtungen wie das Pflegen der eigenen Eltern und so weiter und so fort.

Wer man selbst ist, scheint zur kompletten Nebensache zu verkommen und was man zum Ausgleich dringend bräuchte könnte, ebenfalls. Und kaum hat man ein paar Jahre in diesem Leistungsmarathon zugebracht, kommen die Probleme hoch. Bei dem einen früher, bei dem anderen später. Zu schwierig wird es, die Balance zu halten zwischen all den Aufgaben, die das Leben an einen stellt. Und je aufwändiger es wird, Kontrolle und Übersicht zu behalten, umso verbissener entwickelt sich der Kampf. Ein Kampf, den man übrigens so gut wie nie gewinnt.

  • Burnout, mentale Zusammenbrüche oder Depressionen, all das sind zuverlässige Konsequenzen aus dem gnadenlosen Lebensvollzug in der Perfektionsfalle. 
  • Und so ist es mehr als nur gesundheits-erhaltend, gar nicht erst hineinzutappen. 
  • Das ist oft leichter gesagt als getan. Wie vermeidet man denn, dass man nicht untergeht im täglichen Allerlei? Wie verliert man sich selbst nicht aus dem Blick? Wie weiß man, was wichtig ist und was vernachlässigbar?

  1. Die Orientierung ist herausfordernd. Grundsätzlich gilt hier: weniger ist mehr – und „vorbeugen ist besser als heilen“. 
  2. Verschaffen Sie sich regelmäßig einen Überblick, welche Aufgaben das Leben an Sie richtet und sortieren Sie immer wieder mal gründlich aus. So vermeiden Sie idealerweise gleich in den Anfängen, dass Ihnen irgendwann alles über den Kopf wächst.
  3. Falls Sie sich bereits als kontinuierlich überlastet empfinden, wirkt ein abrupter Stopp wahre Wunder. Halten Sie inne. Schauen Sie sich und Ihr Leben an. Fragen Sie sich, ob es das ist, was Sie wollen. 
  4. Und werfen Sie Ballast ab. Das kann eine unliebsame Verbindung zu einem Freund sein, der Sie mehr belastet als stützt. Das können Hobbies sein, die Sie nur noch aus Reputationsgründen betreiben (Sie werden nur sehr unwahrscheinlich zum nächsten Boris Becker oder Tiger Woods, also wozu der Druck). 
  5. Zwingen Sie sich darüber hinaus zu einem minimaleren Haushaltsprogramm. Mehr als dreimal Staubsaugen in der Woche ist die reine Diktatur.
  6. Was zudem hilft, sind geplante Auszeiten. Treffen Sie die klare Vereinbarung mit sich selbst, sich gezielt ein paar Stunden in der Woche um sich selbst zu kümmern. 
  7. Und was die Perfektion betrifft: Zum wahren Glück gehört der Mut zur Unvollkommenheit. Es wäre gut, wenn Sie sich das merken!

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