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Wie kommt man seinem Date im Kino näher?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:46
Kino hat seinen ganz eigenen Zauber. - Sie und Ihre Liebste haben ein Kino-Date!

Stellen Sie sich das Folgende vor, meine Herren: Sie haben schon eine ganze Weile Ihrer Herzdame den Hof gemacht und jetzt steht Ihr erstes Etappenziel bevor – Sie und Ihre Liebste haben ein Kino-Date! 

Kino hat seinen ganz eigenen Zauber. Während Sie sich im klassischen Speiselokal in der Regel gegenübersitzen und trotz aller Sympathie ein gewisser physischer Abstand vorgegeben ist, befindet man sich im Kino annäherungstechnisch eigentlich schon auf der Überholspur.

Da ist einmal die überaus günstige Sitzordnung, die es ermöglicht, mit seiner Begleitung auf Tuchfühlung zu gehen und das so diskret, dass zunächst keinerlei Absicht erkennbar werden muss.

Ein weiterer Bonus sind die schummrigen Lichtverhältnisse während der Vorführung. Hier weicht so manche Hemmung vor Zuneigungsbekundungen und dezente Anknüpfungs-Versuche sind meistens ausdrücklich erwünscht. Und das Allerbeste: man hat keinerlei Verantwortung hinsichtlich eines flüssigen Entertainments und kann sich völlig darauf konzentrieren, sich in angemessener Art näherzukommen.

Die Voraussetzung, Ihre Liaison mit Hilfe eines gemeinsamen Kino-Erlebnisses auf die nächste Stufe zu heben, ist also grundsätzlich ideal. Außer, Sie trampeln über alle gängigen Verhaltens-Kodizes hinweg und versauen sich eine einmalige Chance.

  1. Gehen Sie bei der Filmauswahl auf die Präferenzen Ihrer Herzdame ein und setzen Sie nicht gewaltsam Ihren eindimensionalen Geschmack durch. Brutalität und Blut à la Jean-Claude van Damme in allen Ehren, aber stimmungstechnisch eignen sich die leichtfüßige Komödie oder ein netter Liebesfilm eindeutig besser. 
  2. Nehmen Sie davon Abstand, sich für die Vorstellung mit Bier oder Sodbrennen-erzeugenden Lebensmitteln auszustatten. Saures Aufstoßen ist ein akustisches und olfaktorisches „No-Go“ und daher sollten Sie sich an Ihrer Begleitung orientieren: trinkt und isst sie nichts, tun Sie es ihr gleich.
  3. Rücken Sie Ihrer Begleitung nicht unmittelbar nach Filmstart unreflektiert auf die Pelle. Nutzen Sie den gemeinsamen Raum sensibel, in dem Sie nicht ausweichen, wenn sich Ihre Begleitung aktiv annähert. Erspüren Sie, wie viel Nähe erwünscht ist und erwidern sie diese wohldosiert. Spontane Biss-Attacken in der Finsternis machen sich hingegen schlecht.
  4. Kommentieren Sie nicht aufdringlich den gesamten Filmverlauf und verzichten Sie auch auf allzu plakative emotionale Reaktionen. Weder übertrieben lautes Gelächter oder gar hilfloses Heulen bringen Ihnen Pluspunkte ein. Genießen Sie die Show zurückhaltend. Gehen Sie stattdessen auf Ihre Begleitung ein und halten Sie stets ein Taschentuch für den legitimen weiblichen Gefühlsausbruch parat. 
  5. Nutzen Sie den Abspann, um sich einfühlsam Ihrer Begleiterin zuzuwenden. Nehmen Sie entgegen, wie sie den Film erlebt hat und zeigen Sie sich interessiert an Ihrer Meinung. Überfrachten Sie Ihre Herzdame nicht mit IHRER Sicht der Dinge und ersparen Sie ihr eine diktatorische Filmkritik.
  6. Wenn Sie die genannten Punkte charmant umsetzen, muss der Abend nicht zwingend nach dem Kino enden - und Sie haben berechtigte Aussichten auf Ihre ganz persönliche Liebesgeschichte.

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