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Wie liest man seinen Gegner beim Pokerspielen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Der psychologische Aspekt des Pokerns ist neben dem mathematischen wohl der wichtigere.

Der psychologische Aspekt des Pokerns ist neben dem mathematischen wohl der wichtigere, den es zu beherrschen gilt, um ein erfolgreicher Pokerspieler zu sein. Dabei muss man beachten, dass sich der Pokerabend mit Freunden am echten Tisch enorm vom Onlinepoker unterscheidet und die meisten angesprochenen Aspekte beim Onlinepoker zu vernachlässigen sind.
Dass auf lange Sicht der gewinnt, der das Blatt seiner Gegner kennt, steht außer Frage. Doch man kennt nun mal die Karten der Gegner nicht. Es gilt also zu versuchen, sich den Karten des Gegners anzunähern und somit sein eigenes Spiel zu verbessern.
Das Lesen der Gegner beginnt schon, bevor ihr aktiv an der Runde beteiligt seid. Beobachtet eure Gegner und versucht herauszufinden, welche Spielertypen mit euch am Tisch sitzen. Sind sie eher aggressiv, spielen fast jede Hand und erhöhen häufig vor dem Flop? Oder sind sehr tighte Spieler dabei, die nur Topkarten, wie Asse, Könige, Damen, Ass-König usw. spielen?
Wenn ihr in der Lage seid eure Gegner grob einzuschätzen, habt ihr bereits einen kleinen Vorteil, der euch helfen kann, erfolgreich ins Spielgeschehen einzugreifen.

  1. Es bedarf jedoch einiges an Erfahrung, um eure Gegner lesen bzw. einschätzen zu können, welche Karten sie halten. Also gilt es, nicht zu früh an Tischen mit hohen Einsätzen zu gehen. Die Erfahrungen könnt ihr meistens recht günstig sammeln, ohne viel Geld zu riskieren. 
  2. Eine Methode, um das Blatt des Gegners zu schätzen, ist auszuschließen, was er auf keinen Fall hat. Achtet dabei auf das Setzverhalten eurer Gegner und verfolgt das Spiel stets aufmerksam, um euch ein Bild verschaffen zu können. 
  3. Nehmen wir an, euer Gegner setzt auf dem Turn viel, obwohl die gefallene Karte ihm offensichtlich nicht geholfen haben kann. Nun müsst ihr die Hand noch mal von Anfang an durchdenken. Was hat der Spieler vor dem Flop gemacht, nur gecallt oder direkt erhöht ? Auf welcher Position sitzt der Spieler ? Könnte ihm die Karte vielleicht doch geholfen haben oder ihm weitere Outs für ein besseres Blatt gegeben haben?
  4. Ihr müsst euch nun aber auch fragen, ob die Karte anderen Spielern einen Draw geben könnte und der Spieler mit einem Pärchen die anderen Spieler zum aussteigen bewegen möchte, um nicht noch auf dem River geschlagen zu werden. 
  5. Versucht also immer zu hinterfragen, warum ein Spieler erhöht oder nur callt. Dafür ist auch die Einschätzung des Spielertyps relevant. So wird z.B. ein zurückhaltender Spieler in einer früheren Position bluffen, als ein aggressiver. 
  6. Das Ganze bedeutet aber auch für euch, dass ihr versuchen müsst, durch euer Verhalten keine Rückschlüsse auf eure Karten zuzulassen. Denn nur so gelingt es euch, eure Gegenspieler zu Fehlern zu verleiten. 
  7. Außerdem müsst ihr als Anfänger darauf achten, dass ihr euch nicht dazu verleiten lasst, durch gespieltes Verhalten eure Gegner zu beeinflussen. Dieses fällt sehr schnell auf und verrät eventuell etwas über euer Spiel.
  8. Achtet zu guter Letzt auch auf euer Setzverhalten. Auch dies darf keine Rückschlüsse auf eure Hand zulassen. Straßen, Flushs oder Asse müsst ihr immer etwas anders spielen, damit eure Gegner nicht unnötig Informationen erlangen. 
  9. Vielleicht könnt ihr so nicht aus jeder Situation das Maximum herausholen, aber Ziel soll es ja sein auf lange Sicht Gewinne einzufahren und nicht nur einen großen Pot zu bekommen.

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