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Woher stammt die Redewendung "Jemanden einen Korb geben"?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Jemandem einen Korb geben ist nicht immer einfach.
Oft enttäuscht oder verletzt man den Gegenüber. Leider gibt es nicht immer eine andere Möglichkeit, um einen Liebhaber oder eine Liebhaberin loszuwerden. Doch was hat eine Abfuhr eigentlich mit einem Korb zu tun?

Bitte beachten

  • "Jemandem einen Korb geben" stammt aus dem Volksmund und daher gibt es unterschiedliche Erklärungen für die Redewendung.
  • Noch im 17. Jahrhundert hat die Redewendung tatsächlich auch mit einem Korb zu tun gehabt!

Ein nicht erwünschter Liebhaber

  • Wurde früher ein Burgfräulein von einem Liebhaber besucht, so konnte sie ihn mit einem Seil hinauf zu sich in ihre Kammer ziehen.
  • Es konnte jedoch auch vorkommen, dass die Dame von ungebetenen Gästen heimgesucht wurde und sie diese schnell loswerden wollte.
  • Dann ließ sie einfach einen Korb mit brüchigem Boden hinunter zu dem Herrn.
  • Dieser setzte sich anschließend hinein und brach beim Heraufziehen durch.
  • Eine andere Methode, die demselben Zweck diente, bestand darin zuerst einen Korb hinunter gleiten zu lassen.
  • Auch ihn diesen sollte der Mann sich setzen.
  • Aber weil die Burgdame ihn nicht bei sich haben wollte, ließ sie ihn auf halber Höhe hängen und der Mann wurde zum Spott des Volkes.
  • Weil beide Methoden bei den Männern nicht besonders gut ankamen, veränderte man seine Vorgehensweise und ließ schließlich nur noch einen Korb hinunter. 

 

Die Redewendung im Brauchtum

  • Man könnte die Erklärung der Redewendung auch im Brauchtum finden.
  • Der Schriftsteller Karl Immermann beschrieb eine Vorgehensweise von Vätern, die der Hochzeit ihrer Töchter so zustimmten oder nicht.
  • Nach Verkündigung einer Brautschau eines Junggesellen, konnte der Vater sich überlegen, ob er seine Tochter dem Mann überlassen wollte oder nicht.
  • Entschied er sich dagegen, so stellte er einen Korb am Eingang des Hauses auf, den der abgewiesene Schwiegersohn recht schnell erblicken konnte.
  • Der Vater konnte somit jemandem einen Korb geben, ohne ihn öffentlich bloßzustellen.

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