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Bodenproben von Grünland und Acker - Wer führt sie durch?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Für die Untersuchung von Bodenproben vom Acker gibt es in Deutschland spezielle Labore.

Für eine optimale und wirtschaftliche, Versorgung der Kulturpflanzen auf dem Acker mit Nährstoffen, sowie zur Feststellung eventueller Bodenbelastung mit Schadstoffen ist eine Beprobung des Ackers mit anschließender genauer Analyse der Bodenproben unerläßlich. Hierbei müssen Proben aus einer Tiefe, die dem Hauptwurzelbereich des Bewuchses entspricht, über die ganze zu beprobende Fläche verteilt, entnommen werden. Die geschieht mit einem sogenannten Krumenstecker, eine Art Metallrohr, das seitlich in einem Winkel von ca. 120° offen ist. Bei sehr großen Flächen, oder Flächen mit stark unterschiedlichen Bodenarten und -eigenschaften (Hügelkuppen oder Senken) ist es sinnvoll, zwei oder auch mehrere Teilbereiche getrennt zu beproben. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine computergesteuerte Ausbringung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln erfolgt, die diese nicht, wie sonst üblich, gleichmäßig über die Fläche verteilt, sondern je nach Analyseergebnis und Bedarf für jeden Teilbereich individuell steuert. Die Untersuchung der Bodenproben wird in speziellen Laboren durchgeführt, die diese Tätigkeit als Dienstleistung für den Landwirt anbieten.

Durchgeführt werden Bodenproben von speziellen Labors, ziehen kann man sie natürlich auch selbst. Hier ist zu lesen was man dabei beachten sollte.

  • Bodenproben an mehreren Stellen über den Acker verteilt entnehmen, ca. 20 -25, bei Weideflächen mit Tieren 30 bis  40 Stichproben.
  • Die Gesamtprobenmenge sollte bei ca. 500g pro Acker- oder Grünlandfläche liegen.
  • Probenentnahme grundsätzlich vor einer Düngung.

  • Ein sogenannter Krumenstecher, oder notfalls auch ein Spaten, oder auch ein Wurzel- oder Diestelstecher.
  • Plastikeimer
  • Gut verschließbaren Plastikbeutel für den Versand
  • Probenbegleitliste.

  1. Mit einem Krumenstecher, einem Spezialwerkzeug zur Entnahme von Bodenproben werden an 15-20 Stellen über den Acker verteilt die Proben entnommen.
  2. Dazu den Krumenstecher je nach Hauptwurzelbereich 10 bis 30cm senkrecht in den Boden stechen, drehen, hierbei wird ein Bohrkern abgeschert, Krumenstecher herausziehen und Probe abstreifen. Man kann die Proben selbstverständlich auch mit einem Spaten entnehmen, oder einem Wurzel- oder Distelstecher.
  3. Bei schmalen Flächen diagonal über den ganzen Acker, bei breiten Flächen in Zickzackkurs. Der Hauptentnahmebereich soll im Hauptwurzelbereich der Kulturpflanzen liegen, das ist je nach Landnutzung und Kulturpflanzen eine Tiefe von 10 -30cm. Bei größeren Flächen zwei oder auch mehrere Teilbeprobungen durchführen.
  4. Die einzelnen Stichproben werden in einen Plastikeimer abgestreift und gut durchmischt.
  5. Davon ca. 500g in einen haushaltsüblichen Plastikbeutel abfüllen, gut verschließen und, ganz wichtig, beschriften, Bezeichnung des Flurstücks in Buchstaben und Zahlen, eventuell auch GPS-Daten.
  6. Probenbegleitliste ausfüllen, hier ist es sinnvoll, auch Angaben zu machen über die beabsichtigte Nutzung.
  7. Die Bodenproben mit ausgefüllter Begleitliste an ein Labor für Bodenanalysen schicken.
  8. Die Adressen erfährt man bei der Landwirtschaftskammer oder dem Landwirtschaftsamt. Auch bieten viele Raiffeisenmärkte Bodenanalysen gegen Gebühr an, oder geben Auskunft über Adressen von Bodenanalyselaboren.

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