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Das Wetter der Zukunft: Das kommt noch auf uns zu

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Wie sich das Wetter der Zukunft gestaltet, hängt von mehreren Faktoren ab.
Der Mensch ist daran nicht ganz unbeteiligt, denn hier spielen die Emissionen der so genannten Treibhausgase und auch der vom Menschen erzeugte Feinstaub eine wichtige Rolle. Hinzu kommen natürliche Elemente wie einige Meeresströmungen und die Vulkantätigkeit. 

 

Der Golfstrom und das „globale Förderband“

Die Intensität des Golfstroms und Stärke des Nordatlantikstroms sind wichtige Indikatoren dafür, wie sich das Wetter der Zukunft in Europa entwickelt. Beide gehören zum „globalen Fördersystem“. So wird eine ganze Reihe von Meeresströmungen rund um den Globus bezeichnet. Wie stark der Golfstrom ist, hängt wiederum vom Salzgehalt des Ozeans und der Entwicklung der Wassertemperatur ab. Er transportiert warmes Wasser vom nordwestlichen Atlantik in Richtung Südosten. Je geringer die Temperaturdifferenzen des Wassers werden, desto mehr schwächt sich der Golfstrom ab. Noch bis kurz nach der Jahrtausendwende gingen die Wissenschaftler davon aus, dass ein Ausfall des Golfstroms eine neue Eiszeit in großen Teilen Europas auslösen könnte. Diese Theorie ist inzwischen von Richard Seager, einem Klimaforscher am Lamont-Doherty Earth Observatorium, mit einer umfangreichen Studie widerlegt worden.

Die Treibhausgase und ihr Einfluss auf das Wetter der Zukunft

In der Atmosphäre der Erde gibt es Wasserdampf, Methan, Kohlendioxid und Ozon in unterschiedlichen Anteilen. Alle diese Stoffe sind in der Lage, die Wärmestrahlung der Sonne zu speichern. Dem Wasserdampf kommt dabei der größte Stellenwert zu. Auf dem zweiten Rang der Treibhausgase rangiert Kohlendioxid, dessen Menge sowohl durch die Abgase der Kraftwerke und Einzelheizungen als auch der riesigen Zahl der Fahrzeuge durch den Menschen künstlich gesteigert wird. Dadurch ist nach den aktuellen Forschungsergebnissen eine langfristige Erwärmung der Erde zu erwarten. Je mehr Energie in der Atmosphäre enthalten ist, desto größer wird auch das Risiko von Unwettern. Sie werden dadurch künftig häufiger auftreten und eine größere Zerstörungskraft haben. Auch die Erwärmung der Ozeane trägt dazu bei, da davon das Ausmaß der Verdunstung gesteigert und so die Atmosphäre mit dem Treibhausgas Wasserdampf angereichert wird. Treibhausgase setzen allein schon dadurch beim Klimawandel einen Domino-Effekt in Gang.

Die Bedeutung der Vulkane für das Wetter der Zukunft

Wie sich das Wettergeschehen entwickelt, hängt auch davon ab, wie viel Wärmestrahlung der Sonne bereits in der Stratosphäre reflektiert wird. Die Aschepartikel und Gase, die bei einem Vulkanausbruch frei werden, steigen bis in die Stratosphäre auf. Sie bilden dort unter bestimmten Bedingungen Aerosole, die genau für diese Reflexion der Wärmestrahlung verantwortlich sind. Eine Folge dieses Vorgangs sind deutlich kältere und schneereichere Winter, durch die auch die Gefahr von Hochwassern steigt. Ein Beispiel dafür ist der Ausbruch des Tambora im Frühjahr 1815, dem ein extrem kühler Sommer in Teilen Europas sowie einigen Regionen Nordamerikas folgte. Das Jahr 1815 wird deshalb auch als „Achtzehnhundertunderfroren“ oder als „Jahr ohne Sommer“ bezeichnet. Zeitgleiche Ausbrüche mehrerer großer Vulkane könnten durchaus für einige Regionen der Erde eine neue Eiszeit einläuten.

 

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