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Letztes Update am 17.11.2014, 17:25
Auf unserer Erde gibt es fast 1500 ziemlich aktive Vulkane, die aber alles andere als gleich verteilt sind über unseren Planeten.

Ganz im Gegenteil markieren sie bestimmte, zum Teil kettenförmige Strukturen, die sehr viel mit dem inneren Aufbau und insbesondere mit der Plattentektonik des Planeten zu tun haben. So befinden sich die meisten Vulkane rund um dem größten Ozean, dem Pazifik ("Ring of Fire"). Aber auch die Spreizungszone des mittelatlantischen Rückens, wozu auch Island gehört, ist ein Quellort für Vulkanismus. Im südlichen Europa ist der Vulkanismus (Vesuv, Ätna, Stromboli) eine Folge der Kollision des nach Norden driftenden Afrikanischen Kontinents mit dem Eurasischen Kraton.

Entstehung und Betrieb von Vulkanen

Um den bzw. einen typischen Mechanismus für das Zustandekommen von Vulkanismus verstehen zu können, soll hier kurz auf das Beispiel der Subduktionszone im Westen von Südamerika eingegangen werden, die ursächlich für das Wachstum der Anden und derer Vulkane verantwortlich ist. Es ist dort vor allem die relativ kleine, ozeanische Nasca-Platte, die sich unaufhaltsam, stetig unter den südamerikanischen Kontinent schiebt mit ca. 4 cm pro Jahr und dabei einen Teil des Andengebirges auftürmt.

 

Die Gesteine und Sedimente der ozeanischen Kruste und Lithosphäre sind relativ wasserhaltig und werden mit in die Tiefen des Erdmantels transportiert. Dort verändern die Wassermoleküle drastisch den gesamten Gesteins-Chemismus mit der Folge, dass es zu partiellen Aufschmelzungen und dabei fallweise auch zu recht dünnflüssiger Lava kommt, die sich dem Druckgradienten folgend einen Weg nach oben durch die vorhandenen, rezenten Störungszonen sucht und findet. Hier noch ein Video, das ganz gut zeigt, wie so ein Vulkanausbruch vonstatten gehen kann:

 

 

Yellow Stone Caldera

Das ist ein seit 640.000 Jahren schlummernd-brodelnder, so genannter Supervulkan im US-amerikanischen Yellow Stone Nationalpark. Rein statistisch ist ein erneuter Ausbruch quasi überfällig.

Der Vesuv

Der Vesuv ganz in der Nähe der italienischen Hafenstadt Neapel ist ein besonders explosiver und damit heimtückischer Vulkan, d. h. bei einem Ausbruch fließt nicht Lava langsam in vorgezeichneten Bahnen berechenbar die Hänge hinab, so wie es beim Ätna auf Sizilien der Fall ist, sondern glühende Gesteinsklumpen fliegen angetrieben von Hochdruckgasen explosionsartig in alle Richtungen, gefolgt von heißen, pyroklastischen Strömen (Lahare), denen einst auch die Stadt Pompeji zum Opfer fiel.

Der Nyiragongo

Es ist der einzige, wirklich sehr aktive Vulkan Afrikas und befindet sich in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Der Vulkan brach im Jahre 1882 aus. Seither befindet sich im Inneren des Kraterrandes ein "See" aus geschmolzener Lava, die von Zeit zu Zeit bei erhöhter Aktivität über die Ränder relativ dünnflüssig abfließt.

Sakurajima

Übersetzt bedeutet der Name des japanischen Vulkans "Kirschblüteninsel". Er befindet sich in der Präfektur "Kagoshima" auf der Insel "Kyūshū" und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Kagoshima. Die Vulkaninsel entstand vor ca. 13.000 Jahren im südlichen Bereich der Aira-Caldera.

Galeras

Der Galeras gehört zu einer Gruppe sehr aktiver Vulkane in Kolumbien und befindet sich relativ nahe an der Grenze zu Ecuador. Seit ungefähr 100.000 Jahren bricht der Vulkan immer wieder aus.

Ulawun

Der Vulkan befindet sich in der Region Papua auf Neu Guinea. Seit dem 18. Jahrhundert explodierte der Vulkan nun schon 22 Mal.

Santa Maria

Santa Maria ist ein Vulkan in Mittelamerika, ca. 130 km von Guatemala City entfernt. Seine Eruptionen werden verursacht vom Zusammenprall der Karibischen Platte mit der besonders kleinen Cocos-Platte (ein Plattenbruchstück). Sein letzter Ausbruch geschah im Jahre 2011.

Merapi

Indonesien kann extrem viel aktive Vulkane aufweisen. Einer davon ist Merapi.
Indonesien kann extrem viel aktive Vulkane aufweisen. Einer davon ist Merapi. Foto: Shutterstock.com

Dieser sehr aktive und auch gefährliche Vulkan liegt relativ zentral inmitten von ca. 130 weiteren aktiven Vulkanen direkt bei der Stadt Yogyakarta in Indonesien.

Taal

Der See Taal beherbergt einen sehr aktiven Vulkan.
Der See Taal beherbergt einen sehr aktiven Vulkan. Foto: Shutterstock.com

Der Taal-Vulkan befindet sich mitten im Taal-See auf der großen Nordinsel Luzon (Philippinen). Der See Taal entstand im Zuge vieler Vulkanausbrüche.

Mauna Loa

In Hawaii steht mit dem Mauna Loa der größte Vulkan der Welt.
In Hawaii steht mit dem Mauna Loa der größte Vulkan der Welt. Foto: Shutterstock.com

Als Berg (gemessen vom Meeresboden) ist der Mauna Loa auf Hawaii der größte Vulkan der Welt. Er entstand vor mehr als 700.000 Jahren, in dem sich die gesamte pazifische Platte über einem so genannten "Hot Spot" im Erdmantel langsam in Richtung Nordwest bewegt. Die Situation wird modellhaft oft verglichen mit einer Stichsäge, die sich von unten durch ein Brett bohrt, das langsam darüber hinweg geschoben wird. Aus diesem Grunde gibt es nordwestlich des Mauna Loa eine ganze, lange Kette bereits erloschener, älterer Vulkane. Die basaltische Lava fließt hier quasi ständig dünnflüssig und gut kalkulierbar, ohne Explosionen, die Hänge herunter.

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