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Die Zukunft der Energiegewinnung – Was steht uns bevor?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien ist dringend notwendig.

Was der Erde bevorsteht, wenn sie bei der traditionellen Energiegewinnung bleibt, haben Experten und Umweltverbände mehrfach vorgerechnet: der Treibhauseffekt durch den hohen Kohlendioxid-Ausstoß, der insbesondere durch die Energiegewinnung aus fossilen Brennträgern entsteht, wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um bis zu 6,4 Grad anheben und damit eine Klimakatastrophe auslösen: Schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel, die weltweite Versteppung fruchtbarer Gebiete, extreme Wetterlagen, Überschwemmungen und Dürren, Ausbreitung von Krankheiten und Millionen Umweltflüchtlinge. Das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz ist ein erster weltweiter Versuch, diese Entwicklung zu verhindern. In diesem Protokoll verpflichten sich die Staaten, ihre Energiegewinnung so umzustellen, dass die Kohlendioxid-Emission bis 2012 im Vergleich zu 1990 um 5,2 % abnimmt. Der Anteil des Treibhausgases in der Atmosphäre aber liegt jetzt schon doppelt so hoch über dem Grenzwert. 

Deutschland als einer der Vorreiter bei der alternativen Energiegewinnung

  • Zusätzlich zum Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland deshalb verpflichtet, seinen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2012 um 21 % zu senken. 2004 wurde das Gesetz zu den Erneuerbaren Energien eingeführt, mit dessen Hilfe der Anteil fossiler Brennträger bei der Energiegewinnung zurück gedrängt werden sollte. 
  • Durch den 2011 ausgerufenen Ausstieg aus der Kernenergie muss das Potenzial der erneuerbaren Energien aber erst einmal den Verlust durch den Atomstrom in der Energiegewinnung ausgleichen, der sich bereits in Richtung 30 % Anteil an der deutschen Stromproduktion bewegt hatte. 
  • Die alternativen Energien stehen derzeit bei 20 % - bis zum Jahr 2022, wenn der letzte Reaktor stillgelegt wird, werden sie wohl zwischen 30 % und 40 % erreicht haben. Aber dieser Zeitpunkt liegt bereits wieder 10 Jahre hinter dem Termin, den das Kyoto-Protokoll gesetzt hat. 


Verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien ist dringend notwendig

  • Allein das Potenzial der Solarenergie würde ausreichen, um den gesamten Weltbedarf an Energie zu decken – mehrfach. Aber Solarenergie ist noch nicht grundlastfähig, d.h. das Hauptaugenmerk liegt derzeit auf Innovationen im Bereich der Speicherung von Solarstrom. 
  • Die Energie aus Windkraft muss über weite Wege transportiert werden – neue Stromtrassen sind der nächste wichtige Punkt. An Nutzungsmöglichkeiten natürlicher Energiequellen mangelt es nicht. 
  • Allein, ihr Ausbau ist aufwändig und teuer. Seit fast 40 Jahren betreibt Frankreich ein Gezeitenkraftwerk, aber weltweit haben sich wenig Nachahmer gefunden. 
  • Derzeit werden Strömungskraftwerke erprobt, die der natürlichen Bewegung des Wassers in den Ozeanen Energie „abzapfen“. 
  • Erdwärme ist in hohem Maß vorhanden, kann aber nur mit großem Aufwand erschlossen werden. Am wahrscheinlichsten sind noch Energieleitungen aus Afrika nach Europa, die den Strom aus Sonnenkraftwerken in der Sahara zu den Verbrauchern bringen. 

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