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Geschichte: Die Evolution der Wettervorhersagen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Die Vorhersage des Wetters, war daher in allen Kulturen und auf allen Erdteilen, ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens der Menschen.

Bereits in Altertum und Antike, seit dem Übergang der Menschen zu Ackerbau und Viehzucht, erlangte die Wetterprognose entscheidende Bedeutung. Wichtig waren dabei jedoch besonders die Ermittlung der idealen Zeiträume für Aussaat, Ernte und Pflegemaßnahmen. Die Menschen waren seinerzeit noch nahezu vollkommen der Witterung und ihren Launen ausgesetzt. Sie konnten weder sich, noch ihre Felder und Gärten, in ausreichendem Maße vor dem Wetter schützen. Die Vorhersage des Wetters, war daher in allen Kulturen und auf allen Erdteilen, ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens der Menschen. Allerdings war die Genauigkeit der Vorhersage unvollkommen.

Die Evolution der Wettervorhersagen

In alter Zeit, so beispielsweise bei den Maya, bemühten sich Schamanen, Zauberer und weise Männer, die Entwicklung des Wetters zu prognostizieren. Besonders wichtig waren für die ersten Ackerbauern, die Mais oder einfache und urtümliche Getreidepflanzen kultivierten, die Vorhersage von Niederschlag und Temperaturentwicklung. Der Flug der Vögel, bestimmte Konstellationen oder Sprüche eines Orakels, mögen in diesen Zeiten die Bemühungen gekennzeichnet haben, das Wetter mit einiger Sicherheit vorher zu sagen.

Bis in die frühe Neuzeit hinein, versuchten dann die einfachen Bauern, die Entwicklung des Wetters anhand sogenannter einfacher Bauernregeln vorherzusagen. Hartnäckig hielt sich der Glaube, dass die Witterung an bestimmten Lostagen im Jahr, kennzeichnend für die Entwicklung des Wetters in den auf sie folgenden Zeiträumen sei. Als solche Lostage galten beispielsweise Lichtmess, die Eisheiligen, der sogenannte Siebenschläfertag, der Johannistag und das Weihnachtsfest. Lediglich an diesen Tagen, nahmen die Bauern Wetterprognosen vor, deren Gültigkeit allgemein nicht angezweifelt wurde.

Der Beginn der systematischen und wissenschaftlichen Wetterprognose

Der Magdeburger Politiker, Jurist und Naturwissenschaftler Otto von Guericke (1606 bis 1686), experimentierte im 17. Jahrhundert mit dem Luftdruck. Ihm wird die Entdeckung des Zusammenhanges zwischen dem fallenden Luftdruck und dem Aufziehen von Unwettern zugeschrieben. Dennoch dauerte es noch einmal 200 Jahre, bis man dazu überging, das Wetter systematisch aufzuzeichnen, auszuwerten und zu beobachten, um auf Basis dieser Untersuchungen und empirischen Erkenntnisse, zu einer wissenschaftlich fundierten Wettervorhersage über zu gehen.

Die Wetterbeobachtung wird institutionalisiert

Das Jahr 1800, kennzeichnet schließlich den Beginn des Aufbaues eines europäischen Stationsnetzes zur Wetterbeobachtung und die umfassende Anwendung der sogenannten synoptischen Methode. Ein System europäischer Wetterstationen, beobachtete systematisch Parameter wie Luftdruck, Luftdruckänderung, Wolkenuntergrenze, Wolkenart und Wolkenhöhe, Windrichtung, Temperatur und Taupunkt, Bedeckungsgrad, Sichtweite, Art und Menge von Niederschlägen, um daraus fundierte Wetterprognosen herzuleiten.

Als weitere Zäsur in der Evolution der Wettervorhersagen, gilt das Jahr 1912, in dem, nach der Titanic-Katastrophe, der internationale Eiswarndienst (Eispatroullie) eingerichtet wurde. Ab etwa 1900, entstanden die nationalen Wetterdienste in den modernen Industriestaaten, die seit 1950 systematisch auf die Daten von meteorologischen Satelliten, Wetterradar, Wettersonden und komplexe mathematische Rechenmodelle zur Wettervorhersage zurückgreifen können. Der Prognosezeitraum erweiterte sich dadurch auf bis zu 7 Tage und die Genauigkeit der Vorhersagen erhöhte sich auf etwa 75 bis 90 %.

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