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Gutes und schlechtes Wetter: Das Wetter und die Umgangssprache

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Ein Beispiel ist der Starkregen.

Der Meteorologe verwendet für die Titulierung der einzelnen Wettererscheinungen in der Regel Fachbegriffe, die aus dem Lateinischen oder Griechischen kommen. Alternative Begriffe, die teilweise aus ganzen Redewendungen bestehen können, bringen Wetter und Umgangssprache zusammen. Ein Beispiel ist der Starkregen. Im deutschen Sprachgebrauch sind Redewendungen wie „Es regnet Bindfäden“ oder „Es schüttet wie aus Eimern“ üblich.

Beim Engländer regnet es „Hunde und Katzen“, wenn man den häufig verwendeten Satz „It’s raining cats and dogs“ wörtlich übersetzt. Der typische Amerikaner beschreibt beispielsweise einen Gewitter mit „It’s raining lines“, was wörtlich übersetzt bedeutet, dass es Linien regnet.

Die Auswirkungen der unterschiedlichen Interessen

Ob das Wetter in der Umgangssprache als gut oder schlecht bezeichnet wird, hängt nicht zuletzt von den Interessen der einzelnen Gruppen ab. Der Urlauber freut sich über viele heiße und trockene Sommertage und nennt sie gutes Wetter. Für die Besitzer von Binnenschiffen könnten genau diese Sommertage schlechtes Wetter sein, weil sie die Pegelstände der Flüsse sinken lassen und vielerorts die Binnenschifffahrt unmöglich machen. Ähnliche Gegensätze gibt es auch im Winter. Die Betreiber von Skiliften freuen sich über nächtlichen Neuschnee, weil dieser ihren sportlichen Gästen beste Bedingungen in den Loipen und auf den Pisten verspricht. Für den Inhaber einer Spedition ist Neuschnee schlechtes Wetter, weil er dann ein erhöhtes Unfallrisiko und auch Verzögerungen bei den zu erledigenden Transporten befürchten muss. Ein Tornado ist für die meisten Menschen schlechtes Wetter. Doch es gibt auch einige Freaks, für die eine solche Wetterlage ein regelrechtes Highlight ist. Dazu gehören die Stormchaser, die inzwischen nicht nur in den USA aktiv sind, sondern auch in Europa bereits größere Gruppen gebildet haben.

Das Wetter und Umgangssprache – die Bezeichnung der Wolken

Was der Meteorologe als Cumulonimbus bezeichnet, ist im allgemeinen Sprachgebrauch die Haufenwolke, die bei großen Exemplaren auch Regenwolke und bei kleinen Exemplaren Schönwetterwolke genannt wird. Die Cumulonimbus-Wolke mit Amboss nennt der normale Mensch mit deutscher Muttersprache Gewitterwolke. Der Meteorologe verwendet dafür die Bezeichnung Zelle. Wer im Gebirge lebt, wird regelmäßig mit der Wolkenform Cirrocumulus Lenticularis konfrontiert. Je nach Region werden diese Formationen als Föhnwolke, Föhnfisch oder Föhnschiffchen bezeichnet. In den Hochgebirgsregionen in Polen, Tschechien und der Slowakei werden die gleichen Wolken alternativ „Moazagotl“ genannt.

Wetter und Umgangssprache - die Gewittererscheinungen

Was in den offiziellen Wetternachrichten ein normales saisonübliches Gewitter ist, wird von vielen Menschen bereits als Unwetter empfunden. Unter Freunden dieses Wetterphänomens sind auch die Begriffe Rumpelchen und Grollerchen üblich. In Abhängigkeit zur Religion kann der Donner auch als „Zorn Gottes“ interpretiert werden. Die Blitze sind symbolisch die Pfeile, die er gen Boden schickt, um die Menschen für ihre Missetaten zu bestrafen. Besondere Bezeichnungen gibt es unter Seeleuten. Während mit Steuerbord und Backbord die rechte und linke Seite eines Schiffs bezeichnet wird, verwenden Matrosen die Angabe Luv für die dem Wind zugewendete und Lee für die vom Wind abgewandte Seite eines Schiffs.

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