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Hanf-Pflanzen: Wie funktioniert die Samenproduktion von Hanf?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Dann klappt auch die Samenproduktion für den eigenen Hanf.

Für einen ambitionierten Grower gibt es nichts Schöneres, als den eigenen Samen zu ziehen. Doch wie klappt das eigentlich und worauf muss geachtet werden? Eine sichere und einfache Methode liegt darin, zwei unterschiedlich reinerbige Hanf-Pflanzen als Elternpflanzen zu nutzen und zwar eine weibliche und eine männliche. Dann klappt auch die Samenproduktion für den eigenen Hanf.

Tipps zur Samenproduktion von Hanf

Pollen ernten

  • Die ersten männlichen Pollensäckchen sind bereits nach etwa drei Wochen ausgereift und somit potent. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, Frühentwickler zu haben. Auf diese sollte allerdings geachtet werden, denn sie könnten ungewollt Blüten befruchten. Damit die männliche Hanf-Pflanze einfacher kontrolliert werden kann, sollten alle Zweige entfernt werden, bis auf zwei Stück.
  • Es ist so einfacher, die Pollensäckchen zu kontrollieren. Der Reifeprozess kann zudem etwas verzögert werden, indem die ersten Pollensäckchen vorsichtig mit den Fingern abgeknipst werden. Die Pflanze versucht dann umgehend neue zu produzieren. Schon bei der kleinsten Berührung können sich die reifen Pollensäcke öffnen. Mit bloßem Auge kann man die sehr feinen Pollen nicht sehen.
  • Die männlichen Pollen können auf zwei unterschiedliche Möglichkeiten geerntet werden. Zum einen kann kurz vor der Eröffnung des Pollensäckchens ein Beutel über die Hanf-Pflanze gezogen werden, dieser wird dann mit Klebeband dicht am Stamm verschlossen.
  • Danach die Pflanze unterhalb des Beutels abschneiden. Wenn der Beutel geschüttelt wird, lösen sich die Blüten und sammeln sich am Tütenboden. Nun nur mehr die Pollen vorsichtig aus dem Beutel in ein kleines Gefäß füllen.

 

Weitere Möglichkeit der Pollenernte

  • Die zweite Möglichkeit liegt darin, die nahezu reifen Pollensäckchen mit der Schere abzuschneiden und diese dann in einem kleinen Behälter zu sammeln. Der richtige Zeitpunkt wäre kurz bevor der Pollensack sich öffnet. Danach die Pollen mit einer Messerspitze Mehl mischen. Mit dieser Methode kann der Züchter die Pollen besser dosieren.
  • Zum Bestäuben der weiblichen Blüte ist es ratsam, diese aus dem Blüteraum herauszunehmen, denn nur so kann eine ungewollte Bestäubung verhindert werden. Mit einem kleinen Pinsel werden die Pollen dann vorsichtig aufgetragen.
  • Dabei soll immer der untere Blütenzweig bestäubt werden. Sind die Pollen einmal auf der Blüte aufgetragen, wird ein Papierbeutel übergezogen. Anschließend den Beutel für drei Tage dort belassen und ab jetzt erledigt die Pflanze alles selber.

 

Weiterer Ablauf

  • Der Grower kann danach sein bestäubtes Schätzchen wieder in den Blüteraum zurückstellen. Durch zwei Blütengriffel gelangen die weiblichen Blütenpollen in den Fruchtknoten, in dem sich der Samen prächtig entwickeln kann. Für einen späteren Bedarf können die restlichen Pollen einfach eingefroren werden.
  • Für einige Wochen sind sie auch im Kühlschrank haltbar. Schon ab der dritten Blütenwoche kann mit dem Bestäuben der weiblichen Blüte begonnen werden. Dann brauchen die Samen noch etwa sieben Wochen, bis sie ihre vollständige Reife haben. Die meisten Sorten blühen nur 9 bis 10 Wochen.
  • Ein reifer Samen lässt sich an eine dunkelbraune Farbe erkennen. Die Samenblüten werden abgeschnitten und anschließend einfach kopfüber zum Trocknen aufgehängt.
  • Nach der Trocknung können die Blüten mit den Händen zerrieben und aussortiert werden. Eigentlich wären sie schon nach der Ernte keimfähig, aber es ist besser, die Samen einige Tage trocknen zu lassen. So wird der Züchter mit einer hohen Keimquote sowie kräftigen Pflanzen belohnt.

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