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Ist das Züchten von Hanfpflanzen strafbar?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Geht es um den Anbau von Cannabispflanzen und deren Konsum, herrschen oft Unklarheiten und Meinungsverschiedenheiten.
Doch was genau ist nun erlaubt und was ist verboten? Welche Strafen können drohen? Im folgenden Text wird auf solche und andere Fragen eingegangen und Unklarheiten beseitigt.

Short Facts

  • Der Anbau, Konsum sowie der Handel mit Cannabis ist strafbar und somit verboten und illegal.
  • Der Grenzwert von THC liegt bei unter 1,0%.
  • Stecklinge einer Pflanze können bereits über 1% THC aufweisen.
  • Rauchbare Blüten erreichen einen THW-Wert von 5 bis über 20% THC.
  • Bis Juni 2011 war die "Fedora 17" in dem Sortenkatalog aufgeführt und somit von dem Verbot nicht betroffen.
  • Ab April 2014 existiert der Sortenkatalog nicht mehr, da auch die einzigste Pflanze (Fedora 17) rausgenommen wird.
  • Auch der Eigenbedarf und Konsum ist strafbar und somit verboten.
  • Mittels neuester Technik können Kommunikationsmittel wie Sms und Telefonate problemlos überwacht werden.
  • Mittels GPS-Daten können anhand von Bildern Cannabis-Plantagen augespührt werden.

Anbau ist grundsätzlich verboten

Der Anbau von Hanfpflanzen ist in Deutschland grundsätzlich strafbar und somit auch verboten. Ob eine Cannabispflanze zu dem sogenannten Drogenhanf zählt oder nicht, liegt bei einem Grenzwert von unter 1,0 % THC. Dieser Wert gilt als so niedrig, dass mit diesen Pflanzen kein Rauschzustand erzeugt werden kann. Die Stecklinge einer Pflanze wiederum können bereits über 1,0 % THC aufweisen während die Blüten einer rauchbaren Pflanze sogar locker auf 5 bis sogar über 20,00 % THC kommen können. Das ist der Bereich, in dem auch Haschisch liegt.

Anbau von THC freien Hanfsamen

Da Hanfsamen natürlich noch kein THC enthalten, stellt das für ein grundsätzliches Verbot ein Problem dar. Aber auch hier hat der Staat eine Lösung gefunden. Sobald aus einem Samen eine Pflanze erzeugt werden soll, die mehr als 1,00 % THC enthalten wird oder kann, zählt er unter die Betäubungsmittel des Wirkstofftypes Cannabis und ist somit wiederum illegal. Allerdings stellt sich noch die Frage, wie man nachweisen will, dass aus diesem Hanfkorn wirklich eine Pflanze mit mehr als 1,00 % THC wird.

Einzigste Ausnahme

Von dem Totalverbot gibt es noch eine einzige Ausnahme. Wenn eine Hanfpflanze in der Verordnung für Landwirtschaft (Sortenliste) aufgeführt ist, zählt obiges Verbot nicht. Die Sorte "Fedora 17" ist seit dem 01.06.2011 die einzigste Pflanze, die dort noch aufgeführt ist. Sie erreicht nicht mal 0,3% THC und ist somit für den Lust gewinnenden Gebrauch nicht geeignet. Allerdings darf diese Pflanze ab dem 01.04.2014 auch nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Somit wird der Sortenkatalog ab April 2014 für Hanf leer sein und nicht mehr existieren.

Regelung bis zum 30.06.2011

Bis zum 30.06.2011 wurde illegaler Hanf anders definiert. Der Hanf war im Anbau und Lagern generell frei, außer er würde nachweislich der Betäubungsmittelgewinnung dienen. Je nach Einzelfall war dies aber schwer zu beweisen. Deshalb wurde die neue Definition verordnet, welche nun wasserdicht ist. In dieser Verordnung ist einfach alles verboten, die Polizei muss nur den Gehalt von THC und somit die Illegalität nachweisen können.

Eigenbedarf

Das man für den Eigenbedarf Hanfpflanzen anbauen darf ist noch ein weitverbreiteter Irrtum. Da bereits der Konsum von Gras strafbar ist, ist somit natürlich auch der Anbau und Besitz solcher Rausch erzeugenden Pflanzen strafbar. Es gibt keine einzige Hanfpflanze, wo der Anbau legal wäre.

Neuste Technik

Wer seine Cannabispflanzen fotografieren möchte, sollte sicherstellen, dass die Fotos nicht mit GPS-Koordinaten gespeichert werden. Ansonsten ist es heut zutage ein Leichtes, die Hanfplantage ausfindig zu machen. Auch alle elektronischen Kommunikationsmittel wie zum Beispiel die beliebte SMS, können problemlos überwacht werden. Daher ist dort strengste Zurückhaltung angesagt.

Über Cannabis

Die gesamte Hanfpflanze nennt sich Cannabis. Als Marihuana oder auch Gras bezeichnet man die weiblichen und getrockneten Blütenstände die oftmals mit Stängeln und Blüten vermischt sind. Bei der Dorgen "Droge" Haschisch handelt es sich um das gepresste Harz aus der weiblichen Hanfpflanze, welches auch umgangssprachlich "Shit" oder "Dope" genannt wird. Beide Dorgen *Drogen* raucht man in Zigaretten oder Pfeifen. Auch in Getränken oder Süßspeisen wie den sogenannten "Haschkeksen" findet Haschisch seine Verwendung.

 

Fazit

In Deutschland ist der Besitz, Konsum und Handel mit Cannabis strafbar und somit illegal. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob es sich dafür um den Eigenbedarf handelt oder aber zur Verbreitung durch Verkauf bestimmt ist. Wer im Besitz von Hanfpflanzen ist und diese konsumieren, Anbauen oder damit handeln will, macht sich in jedem Fall strafbar und muss einer hohen Strafe Rechnen.

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