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Leistbarer Umweltschutz - Wie teuer ist der grüne Lebensstil wirklich?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Wie ökologisch kann ein grüner Lebensstil sein?

Umweltbewußtes Leben reduziert sich keineswegs darauf, Vegetarier zu werden und nur noch mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Es ist viel mehr eine Summe von vielen Verhaltensfaktoren und einer über persönlichen Besitzstand hinausgehenden Grundhaltung. Wenn Politiker und verschiedene Interessengruppen heute von Umweltbewußtsein reden, so ist dies vielfach ein Wechselspiel aus gutgemeinten Utopien und berechnenden, nur auf den Geldbeutel der Verbraucher ausgerichteten, "Finanzierungsmodellen" für Staat und Wirtschaft. Grüner Lebensstil aus Überzeugung ist aber deutlich mehr, er ist vor allem unabhängiges Denken und Mut zum Widerspruch gegen das Übermaß an Unehrlichkeit in diesem Sektor.

Beispiele zum 'grünen Lebensstil'

Beispiel Energie :

  1. Statt die sogenannte Energiewende mit ihrer maßlosen Kostenexplosion zu lasten der Allgemeinheit zum fürstlich geförderten Instrument für Leute zu machen, die damit buchstäblich Stroh zu Gold spinnen wollen, und die wirtschaftliche Ausbeutung dieses politischen Kurses einem Oligopol von vier Konzernen zu überlassen, hätte von vornherein auf Dezentralisierung gesetzt werden müssen.
  2. Grüner Strom muss dort erzeugt werden, wo er verbraucht wird - auf dem privaten Hausdach oder im Industriepark. Dabei müssen die vor Ort relevanten Ressourcen eingesetzt werden.
  3. Die Verwendung von Nahrungsmitteln zur Energieerzeugung verbietet sich von selbst. Denn diese Zweckentfremdung bei gleichzeitig immer hemmungsloserer Spekulation an den Börsen treibt die Weltmarktpreise immer mehr nach oben und verschärft den Hunger in armen Ländern. Ein grüner Lebensstil ohne Elektroenergie wäre in unserem Land nicht zeitgemäß.
  4. Er wäre aber konsequent und ehrlich, wenn du deinen Energiebedarf auf dem eigenen Hausdach deckst, statt den Strom teuer zu verkaufen und billiger zurückzukaufen. Auch eine Beteiligung an Bürgermodellen und Genossenschaften macht Sinn für Leute ohne eigene Immobilie.


Beispiel Ernährung:

  1. Auch hier ist es nicht unbedingt sinnvoll, der allgemeinen Biohysterie zu folgen. Denn oft genug entpuppt sie sich als Etikettenschwindel und? Richtig, als fürstliche Einnahmequelle zur Erreichung eines möglichst hohen Wohlstandes des Erzeugers und des Händlers!
  2. Bestimmt hält ein Bauer aus deiner Umgebung seine Tiere auch ohne das Label 'Bio' artgerecht und nennt dir gerne den Schlachter, bei dem das Fleisch seiner Tiere zum beiderseits fairen Preis zu haben ist.
  3. Hinter dieser Freiwilligkeit steht ehrliche Überzeugung und das passt besser zu deinem grünen Lebensstil, als ein Kilo Rumpsteak zum Fantasiepreis. Denn was sollen 'Bio'produkte, die sich nur wenige leisten können.
  4. Genauso verhält es sich mit pflanzlicher Nahrung. Am besten bist du mit dem Erzeuger oder Händler deines Vertrauens beraten oder ganz und gar mit dem eigenen Garten. Obst und Gemüse der Saison zu verzehren, ist nicht nur ökologisch, sondern auch unserem gesunden Organismus dienlich.


Beispiel Autofahren:

  1. Selbstverständlich und unbestritten gibt es weitaus ökologischere Alternativen zum Autofahren. Für viele Menschen in ländlichen Regionen oder größerer räumlicher Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist der Verzicht auf das Auto pures Wunschdenken.
  2. Wer es wirklich kann, steigt angesichts der heutigen Treibstoffpreise schon aus wirtschaftlichen Gründen auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel um.
  3. Das Auto bleibt öfter stehen und auf unnötige Fahrten wird verzichtet. Gleichzeitig lassen die Betreiber von Bussen und Bahnen jedoch diesen Trend eher unbeachtet und dünnen ihre Streckennetze aus reinem Ertragsdenken aus, statt diese mit kleineren Fahrzeugen und effizienter Antriebstechnik wirtschaftlicher zu machen.
  4. Gleichzeitig bleiben die Anschaffungspreise für alternativ angetriebene Fahrzeuge so hoch, dass eine Amortisation über die Treibstoffeinsparung fraglich bis unmöglich ist. Schon bezahlbare Fahrzeuge sind meist winzig und im normalen Alltagsbetrieb als Familienauto unbrauchbar.
  5. Sogenannte Biotreibstoffe werden noch immer aus Grundnahrungsmitteln oder Palmöl, beides aus katastrophalen Monokulturen rund um den Erdball, hergestellt. Gerade Palmöl ist heute eine der Hauptursachen für die Vernichtung von Regenwald und gnadenlosen Repressionen gegen dort einheimische Kleinbauern und eingeborene Stämme.


Fazit:

  • Es ließe sich beinahe endlos ein Für und Wider für die derzeit offizielle Version einer ökologischen Lebensweise zusammentragen.
  • Jeder muss für sich entscheiden, wie weit sein grüner Lebensstil geht und was er darunter versteht.
  • Gut ist es, wenn du dabei über allgemeine Phrasen, Bio-Labels, Sparpredigten und Rechtfertigungen für viel zu hohe Preise hinausdenkst und deinen Horizont auf die Auswirkungen deines Verhaltens über deine vier Wände und Deutschland hinaus erweiterst.
  • 'Grün' leben ist nur ökologisch, wenn es für alle möglich und bezahlbar ist und wenn es nicht auf der anderen Seite des Planeten das Gegenteil des Beabsichtigten bewirkt.

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