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Nutzungspotenzial von Photovoltaik - Wie groß ist es?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Erneuerbare Energie ist das Thema in aller Munde.
Nie zuvor waren die Investitionsmöglichkeiten in Solar- und Photovoltaik-Anlagen so groß wie heute. Auch die staatlichen Möglichkeiten der Förderung sind und waren für viele Hausbewohner ein Anreiz, um eine Investition in eine Solaranlage zu erwägen. Doch wie groß ist das Nutzungspotenzial von Photovoltaik in Deutschland und Mitteleuropa?

  • Eine interessante Diskussion zum Nutzungspotential von Photovoltaik in Deutschland findet sich hier.

Das Photovoltaik-Nutzungspotenzial

Der Wandel zu den erneuerbaren Energien
Letztlich ist es wohl auf die Atomkatastrophe in Japan zurückzuführen, dass die Bundesregierung sich nun doch von der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke abwendet. Hals über Kopf wurde sie also im Hau-Ruck-Verfahren beschlossen: Die Energiewende und der Ausstieg aus der Kernenergie. Dabei gilt es als ziemlich sicher, dass die verantwortlichen Politiker zum damaligen Zeitpunkt gar nicht wussten, vor welche Herausforderungen diese Entscheidung die Menschen in Deutschland stellen würde: Kritiker sprechen von viel zu kurzen Übergangszeiten, um die erneuerbaren Energien in ausreichendem Maße voranzutreiben. Die Solarenergie ist eine der wesentlichen Energieformen, die in Zukunft auch in Deutschland zum Tragen kommen wird, um den Energiehunger von über 80 Millionen Menschen zu stillen. Schon jetzt steht jedoch fest: Zumindest übergangsweise werden wir auf den Atomstrom der Nachbarländer angewiesen sein, der dann für teures Geld eingekauft werden muss.

Solarenergie – eine Erfolgsgeschichte?
Die neusten Schlagzeilen ehemals führender Solar-Anbieter sind erschreckend: Viele Unternehmen der Branche mussten bereits Insolvenz anmelden oder stehen kurz davor. Doch was ist los? Scheint der Boom der Solarbranche bereits gebrochen, obwohl die Energiewende doch noch in vollem Laufe ist? Die Bundesregierung fördert die Investitionen in Photovoltaik-Anlagen und möchte somit bewirken, dass viele Menschen in die erneuerbaren Energien, speziell die Solarenergie, investieren. Die staatlichen Subventionen gibt es in unterschiedlichen Modellen, die erfragt und auf die individuellen Bedürfnisse und die finanziellen Situationen der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt werden können. Das klassische Modell sieht vor, dass der Bürger Subventionsleistungen in Anspruch nehmen kann, dafür aber dann überschüssige Energie in das Stromnetz einspeist und der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Schon heute gibt es viele Stromanbieter die mit dem sogenannten „grünen Strom“ aus erneuerbaren Energien werben.

Mitteleuropa: Nutzungspotenzial von Photovoltaik ist nicht sonderlich groß
Schon in den frühen 2000-Jahren vor dem Entschluss Deutschlands, in Zukunft ausschließlich auf die erneuerbaren Energien zu setzen, wurden zahlreiche Studien zum Nutzungspotenzial von Photovoltaik in Deutschland durchgeführt, um die Effektivität der Solarenergie vor Ort zu testen. Schon damals galt es als fraglich, ob das Nutzungspotenzial von Photovoltaik auf Dauer gewinnbringend sein würde. Lediglich die Subventionen, die von Seiten des Staates in Aussicht gestellt worden sind, nahmen den Bürgern in vielen Fällen die Entscheidung ab und führten dazu, dass heute viele Solarzellen die Dächer und Dachziegeln der Einfamilienhäuser in Deutschland zieren. Doch mit dem Wegfall der staatlichen Zuschüsse fiel – wie es zuvor absehbar war – auch die Nachfrage nach den Solaranlagen der privaten Investoren. Aufgrund des mitteleuropäischen Klimas rentiert sich die Anschaffung in vielen Fällen nicht oder erst nach mehreren Jahrzehnten. Dies schreckt viele Menschen nun zurück, die sonst gewollt wären, in die Solartechnik zu investieren.

Mitteleuropa verfügt im Durchschnitt über nur 1500 Sonnenstunden pro Jahr. In einigen Regionen Deutschlands sind es sogar nur knapp 1300 Sonnenstunden. Energieexperten sind sich einig: Dies ist eine zu geringe Sonnenscheindauer, um als normaler Bürger langfristig und gewinnbringend von der Investition in eine Photovoltaik-Anlage profitieren zu können. Es bedarf großer Flächen, auf denen die Anlagen aufgebaut werden müssten, um schnell rentabel zu laufen. Diese stehen für Privatinvestoren in der Regel nicht zur Verfügung. Zum Vergleich: Spanien und Italien verfügen im Mittel über mehr als 3000 Sonnenstunden pro Jahr. Wer hier investieren möchte, für den sehen die Rahmenbedingungen schon ein wenig anders aus. Seltsam, dass gerade Deutschland wieder die Vorreiterrolle übernehmen muss, wo doch an dieser Stelle vielleicht die südlichen Staaten Europas mal zur Abwechselung mit gutem Beispiel voran gehen könnten.

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