Foto: Shutterstock.com

Obstbäume veredeln? - So wird's gemacht

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:54
Hin und wieder ist es nötig zu 'veredeln'.

Hin und wieder ist es nötig, einen Obstbaum, der beispielsweise nicht mehr gut trägt oder dessen Früchte in irgendeiner Weise nicht den Erwartungen entsprechen, zu 'veredeln'. Dies Veredeln geschieht auch zur Vermehrung von Obstsorten, welche sich schlecht aus Samen ziehen lassen.

Das Edelreis

  1. Will man einen Baum veredeln, so sollte man das dazu ausgesuchte 'Edelreis' bis spätestens Februar geschnitten haben. 
  2. Man soll dabei darauf achten, dass dieses Reis dem oberen Teil der Krone (am Besten an der südlichen Seite) entnommen wird. 
  3. Es sollte einjährig und auch gesund sein, drei bis vier Augen, doch keine Blütenknospen haben. 
  4. Das Reis soll für die spätere Methode des Veredelns durch Kopulation etwa die Stärke eines Bleistifts besitzen.
  5. Es ist dabei unbedingt darauf zu achten, dass man die Schnittstelle nicht mit den Fingern berührt. 

Aufbewahrung

  1. Das Reis wird sodann, eingeschlagen in einem Tuch, in feuchtem Sand entweder in einem nicht trockenen Keller oder aber, geschützt vor der Sonne, im Freien aufbewahrt.

Kopulations-Schnitt

  1. Ist das Reis unbeschädigt und mit glatter Haut und hat nur leicht verdickte Knospen, so wird es, nachdem der anhaftende Sand gut entfernt wurde, mit dem sogenannten Pfropfmesser geschnitten.
  2. Dieser Schnitt muss in einem Zuge ohne zu wackeln und zu zittern, durchgeführt werden und sollte vorher bereits mehrfach geübt worden sein.
  3. Auf der Rückseite des 3 – 5 Zentimeter langen konischen Schnitts sollten vier oder fünf Knospen inklusive eines Zug-Auges sein.

Aufpfropfen

  1. Am sogenannten Pfropf-Kopf löst man nun vorsichtig die Rinde in knapp der Länge der Schnittfläche des zu pfropfenden Reises und hebt diese ebenso vorsichtig an.
  2. Dann wird das Reis so weit eingeschoben, dass ein nur etwa 5 Millimeter langer Rest noch hervorschaut.
  3. Nun kann das Ganze, etwa mit Bast, verbunden werden. Dazu zieht man fest an, um zu verhindern, dass sich das Material wieder lösen kann, wobei das Auge frei bleiben muss.
  4. Als letzter Schritt bleibt noch, die offenen Stellen an Reis und Pfropf-Kopf mit speziellem Wachs zur Veredelung dünn zu verschmieren, wobei auch hier darauf geachtet wird, dass das Auge ausgespart bleibt.

Kommentare