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Schwalbenflug deuten? - So funktioniert's

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Alles nur Aberglaube, Hokuspokus, alte Bauernregel? - Keineswegs!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, so sagt man, aber ob der Sommer sonnig wird oder verregnet, das soll man angeblich an ihrem Flug erkennen. Alles nur Aberglaube, Hokuspokus, alte Bauernregel – oder kann man anhand des Vogelflugs tatsächlich eine ernst zu nehmende Wetterprognose erstellen? Man kann!

Im alten Rom fragte man bei vielen Angelegenheiten die Auguren um Rat, ob die geplante Unternehmung das Wohlwollen der Götter fände. Diese hochrangigen Beamten verstanden sich auf Naturbeobachtungen und konnten zum Beispiel den besten Zeitpunkt für Aussaat oder Ernte bestimmen, in dem sie den Flug der Schwalben deuteten. Es funktioniert also – aber wie?

  1. Tatsächlich sind nicht die Schwalben die eigentlichen Wetter-Propheten, sondern ihr Futter: kleinste Insekten, sogenanntes „Luftplankton“, fungieren wie natürliche Barometer. 
  2. In einem Hochdruckgebiet werden diese Winzlinge nämlich von der Thermik in höhere Luftschichten getragen, ein herannahendes Tiefdruckgebiet hingegen drückt sie in Bodennähe. 
  3. Und weil der Mensch die kleinen Insekten mit bloßem Auge nicht erkennen kann, wohl aber die Schwalben bei ihren Jagdflügen, kam es zu der Faustregel: Fliegen die Schwalben hoch, bleibt das Wetter schön, fliegen die Schwalben tief, schlägt das Wetter um und es gibt Regen und Sturm.
  4. Sogar für langfristige Wetterprognosen eignen sich die Vogelbeobachtungen: Bauen die Schwalben schon im April ihr Nest, steht ein warmer Frühling an. 
  5. Sammeln sich dagegen die Schwalben, um ihre Winterreise gegen Süden anzutreten, lässt die kalte Jahreszeit nicht mehr lange auf sich warten. 
  6. Und wenn Mauersegler eine Gegend verlassen, um sich woanders ein Jagdrevier zu suchen, steht eine lang anhaltende Schlechtwetterperiode an.
  7. Es scheint fast, als hätte sie „einen Vogel“: Diese Wetter-Moderatorin kommt bei Hochs und Tiefs nicht mehr aus dem Lachen heraus...

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