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Sich mit einer Uhr orientieren - Wie geht das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:57
Eine richtig gehende Uhr eignet sich ohne weiteres, die Himmelsrichtungen zu bestimmen.

Nicht nur mit einem  Kompass lassen sich die Himmelsrichtungen bestimmen, das geht auch mit einer Uhr. Voraussetzung dafür ist, dass die Uhr  ein rundes Zifferblatt mit Zeigern hat, einigermaßen richtig geht, und die Sonne scheint. So, wie mit einer Sonnenuhr, die um einigermaßen die richtige Zeit anzeigen zu können, in Nord-Südrichtung justiert sein muss, so kann man mit der auf der Uhr angezeigten Zeit umgekehrt auch die ungefähre Himmelsrichtung bestimmen.

  • Dabei ist die Sommerzeit zu berücksichtigen, wenn die gilt, so muss man immer eine Stunde zurückrechnen.
  • Nie mit bloßen Augen in die Sonne schauen! Um die Richtung, aus der das Sonnenlicht auf das Ziffernblatt scheint, zu bestimmen, einen schattenwerfenden dünnen Stab, ein Zahnstocher geht auch, verwenden.

  • Eine Uhr mit rundem Ziffernblatt und Zeigern.
  • Voraussetzung ist, dass die Sonne sichtbar ist.

  1. Bei Winterzeit: Man halte die Uhr waagerecht, halte einen dünnen Gegenstand, Zahnstocher, dickeren Grashalm genau zwischen den kleinen Zeiger und der Ziffer 12. Dann richte man die Uhr so gegen die Sonne, dass der schattenwerfende Stängel genau zur Sonne zeigt, und sein Schatten genau durch die Mitte des Ziffernblattes fällt. Die Ziffer 12 zeigt dann in etwa die Südrichtung an, die Ziffer 6 dagegen nach Norden.
  2. Bei Sommerzeit: Dann hält man den Schattenzeiger zwischen die 12 und der Position auf dem Ziffernblatt, die der kleine Zeiger einnehmen würde, wenn die Sommerzeit nicht gelten würde, also eine Stunde zurück, ansonsten wird so verfahren, wie oben beschrieben.
  3. Im Sommer scheint die Sonne weit länger, als 12 Stunden. Will man um 5 Uhr morgens, oder 20 Uhr abends die Position bestimmen, so wird genauso verfahren, wie oben beschrieben, dann zeigt allerdings die 12 in Richtung Norden.
  4. Diese Methode erlaubt allerdings nur die ungefähre Bestimmung der Nord-Südrichtung, da müßte die Sonne jeden Tag exakt um 12 Uhr mittags genau im Süden stehen. Tut sie aber nicht, zum einen, weil die Erdachse um 23,4° gegen die Bahnebene geneigt und die Erdbahn um die Sonne leicht elliptisch ist. Hinzu kommt, dass man die Erde in 24 Zeitzonen unterteilt hat, denn eigendlich hätte jeder Längengrad eine andere Uhrzeit. Das heißt: Pro Längengrad ergibt sich eine Zeitverschiebung von 4 Minuten.
  5.  Nun kann nicht jeder Ort seine eigene Uhrzeit haben, das gäbe ein heiloses Durcheinander mit den Fahrplänen. Deshalb werden in der Regel immer 15 Längengrade zu einer Zeitzone zusammengefasst, mit jeweils einer Stunde Differenz zur nächsten Zeitzone. Allerdings gibt es auch hier Abweichungen, die je nach Nation verschieden sind. Die Kanaren (Spanien) z.B. haben dieselbe Zonenzeit wie das Hauptland auf der Iberischen Halbinsel, obwohl sie 15 Längengrade westlich von dieser liegen.
  6. Eigentlich müßten dort die Uhren z.B. statt 6 Uhr erst 5 Uhr anzeigen.
  7. Auf der Südhalbkugel müßte man die Uhr übrigens mit dem Ziffernblatt nach unten über den Kopf halten, die 12 zeigt dann nach Norden (im Sommer dagegen nach Süden) Alles genau umgekehrt, wie auf der Nordhalbkugel.

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