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Überleben in der Natur - Insekten als Nahrungsquelle?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Über fünfhundert Insektenarten werden weltweit als Nahrungsmittel genutzt.

Wenn wir an Nahrung denken, werden wohl die meisten von uns einen großen Teller Nudeln mit Soße, ein leckeres Stück Sahnekuchen oder ein saftiges Steak vor Augen haben. Für viele Menschen liefern sehr viel lebendigerer Nahrungsmittel lebenswichtige Nährstoffe: Krabbeltiere, die in vielen Regionen der Welt als Delikatesse betrachtet werden und vor denen hier viele lieber davonlaufen.

Insekten - nahrhaft und wohlschmeckend?

  • Insekten, Würmer und Spinnentiere können den täglichen Grundbedarf eines Menschen an Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten decken. Dazu enthalten sie lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente. 
  • Über fünfhundert Insektenarten werden weltweit als Nahrungsmittel genutzt. In Regionen, wo Menschen nur schwer Fleisch oder Fisch beschaffen können, gehört das Krabbelzeug zur täglichen Ernährung. 
  • Viele, die sich beim Überlebenstraining oder unterwegs darauf eingelassen haben, berichten vom Wohlgeschmack der verzehrten Insekten. 
  • Auch in Europa gibt es nahrhafte Kleintiere. In heimischen Gefilden kannst Du Ameisen, Ameisenlarven, Bienen- und Wespenlarven, Maikäfer, Engerlinge, Junikäfer, Junikäferlarven, Blattläuse und Borkenkäfer sowie Schmetterlings- und Fliegenlarven bedenkenlos verzehren. 
  • Selbst Mückenlarven, die man im Sommer in jeder Regentonne findet, sind essbar. Ohrenkneifer bieten Ersatz für saftige Steaks, während Nachtfalter und Motten mit ihrem „sahneartigen“ Geschmack eher dem Schleckermaul zusagen werden. 
  • Nussliebhaber sollten es mit Grillen versuchen, die auch in gegrilltem Zustand gut schmecken. Mehlkäfer bieten mehrere Geschmacksrichtungen: Mehlkäferlarven erinnern an Geröstetes, während erwachsene Tiere den Gaumen mit Laugenbrezelgeschmack verwöhnen. 
  • Zum Abschluss empfehlen sich Meerrettichblattkäfer, deren Minzgeschmack das Zähneputzen nach dem Essen ersetzen mag. 
  • Anfänger beginnen ihren Gourmetausflug in die Insektenwelt vorzugsweise mit einem Naturernährungsratgeber, damit es nicht zu ungesunden Verwechslungen kommt. In Deutschland gibt es glücklicherweise kaum giftige Insekten. 
  • Trotzdem solltest Du die richtige Zubereitung der Insekten kennen, damit Du nicht versehentlich etwas verzehrst, was dem Tier nicht schadet, Dir aber Bauchweh bereitet. Ernte nicht am Ackerrand, sondern vorzugsweise in schutzstatusfreien Naturgebieten, um Vergiftungen durch Pestizide zu vermeiden. Und sammele bitte nur ein paar Insekten, damit die Art überlebt!

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