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Wetter erkennen: Die Anzeichen von Unwetter richtig deuten

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Als Unwetter werden außergewöhnliche Wetterereignisse mit einem hohen Schadenspotential bezeichnet.

Als Unwetter werden außergewöhnliche Wetterereignisse mit einem hohen Schadenspotential bezeichnet - auch Lebensgefahr kann dabei bestehen.

 

Unwetter können in verschiedenen Formen auftreten, wobei die Palette von Starkregen über Stürme bis hin zu Hagelschlägen und dichtem Nebel reicht. Auch starke Temperaturstürze können heftige Unwetter nach sich ziehen. Das angemessene Verhalten hängt immer von der Art des drohenden Wetterereignisses ab.

Woran lassen sich Wetterlagen mit Unwetterpotential erkennen?

Unwetter können sowohl lokal eng begrenzt, als auch großflächig entstehen. Welche Ausmaße Extremwetterlagen annehmen können, zeigte im Jahr 2005 der Hurrikan Katrina, der rund 1.800 Todesopfer forderte. Zu den Einflussfaktoren zählte hier die hohe Wassertemperatur und eine mit steigender Höhe, rasant fallende Lufttemperatur. Diese Faktoren begünstigen eine starke Verdunstung und die schnelle Bildung großer Wolken. Die Kondensation der in der Luft vorhandenen Feuchtigkeit setzt riesige Energiemengen frei. Außerdem entstehen durch die Druckdifferenzen starke Winde. Auf ähnliche Weise entstehen auch Tornados über dem Festland, die an der Art der Wolkenformation und an dem sich zur Erde senkenden „Rüssel“ erkennbar sind. Die Besonderheit der Tornados ist, dass sie sich bevorzugt an den Grenzen zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten bilden. Bei einem Tornado sind Scherwinde für die Rotation verantwortlich, während bei der Entstehung von Hurrikans die Corioliskraft die Drehung des Wettersystems auslöst.

Wetter erkennen: Anzeichen für lokal begrenzte Unwetter

Vor allem an heißen Sommertagen können sich Gewitter im Gebirge sehr schnell bilden. Hier sollte man sich nicht auf die Ankündigung durch Donnergrollen verlassen, sondern sollte vor allem die Wolkenbildung im Auge behalten. Ein erstes Anzeichen für ein Gewitter ist eine rasche Kondensation, die an der schnell wachsenden Höhe der Wolken erkennbar ist. Glätten sich die oberen Wolkenränder binnen kurzer Zeit, ist Eile geboten. Das gilt vor allem dann, wenn die Wolken die für Gewitter typische Ambossform aufweisen. Wenige Minuten vor dem Einsetzen, des mit einem Gewitter verbundenen Niederschlags, treten plötzliche und teils sehr heftige Fallwinde auf. Die Entfernung eines aufziehenden Gewitters lässt anhand der zeitlichen Differenz zwischen Blitz und Donner bestimmen.

Was sollte man tun, wenn sich Hinweise auf gefährliches Wetter erkennen lassen?

Deuten die vorhandenen Merkmale der Wetterlage darauf hin, dass es Nebel oder Blitzeis geben könnte, sollte man das eigene Fahrzeug in der Garage lassen. Die Nutzung des schienengebundenen öffentlichen Nahverkehrs wäre eine ratsame Alternative. Lassen die Anzeichen von Unwetter vermuten, dass es einen plötzlichen Wetterumschwung mit Sturm und Starkregen gibt, sind Wanderungen im freien Gelände und besonders im Gebirge zu unterlassen. Bei drohenden heftigen Schneefällen sollte man Hänge mit Loseschnee und einem großen Neigungswinkel konsequent meiden. Bei Hinweisen auf Tornados sind feste Gebäude der beste Schutz. Die Fenster können beispielsweise durch das Herunterlassen von Rollläden gesichert werden. Fahrzeuge gehören bei einer solchen Wetterlage unter schützende Dächer. Bei Anzeichen für einen Hagelschlag lassen sich mit Kartonagen und Planen, Dellen in der Karosserie vermeiden. Wer das Haus während eines Hagelschlags verlassen muss, sollte eine dicke Mütze, eine Jacke mit Kapuze und mehrere Lagen Kleidung tragen, um Verletzungen zu vermeiden.

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