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Wie ein Unwetter entsteht

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Je nach Witterung können verschiedene Unwetter auftreten.

Als Wetter wird der temporäre Zustand an einem begrenzten Ort bezeichnet, welcher durch Sonne, Regen, Schnee oder Bewölkung geprägt wird. Das Wetter gibt entgegen dem Klima also den aktuellen Zustand an. Je nach Witterung können verschiedene Unwetter auftreten, etwa extreme Stürme, heftigen Regen, starken Schneefall, Dürre und extreme Hitze. Die Umgangssprache bezeichnet oft auch ein Gewitter als Unwetter, wenn es mit Hagel und Sturm einhergeht.

Die häufigsten Unwetter sind Gewitter

Gerade im Sommer lassen sich oft deutliche Zeichen für das Auftreten eines Unwetters erkennen. Vor allem wenn es am Tag schwül und extrem warm ist, dabei der Himmel aber bedeckt ist, kann davon ausgegangen werden, dass bald ein Gewitter kommt. Ursache für ein Gewitter ist, wenn warme und kalte Luftmassen aufeinandertreffen und zusammen reagieren. Für die Entstehung sind drei Faktoren notwendig.

Das sind eine bodennahe, feuchte Luftschicht, Kondensation und Temperaturabnahme mit steigender Höhe. Kurz vor einem Gewitter ist die Luftfeuchtigkeit immer relativ hoch. Kommt dann auch noch eine Luftabkühlung in großer Höhe dazu und gleichzeitig feuchtwarme Luftmassen steigen auf, entstehen Kumulonimbuswolken. Es kommt dann zur Kondensation und die großen Wolken regnen ab.

Wegen der sogenannten luftelektrischen Entladung bilden sich dann auch noch Blitze. Erzeugt wird ein Blitz durch die elektrostatische Aufladung der Wassertröpfchen in den Wolken. Diese Wassertröpfchen tauschen dann ihre elektrische Ladung aus und ein Blitz entsteht. Der anschließende Donner bildet sich durch starke, plötzliche Luftausdehnung, die durch den Blitz verursacht wird.

Tornados

Ein weiteres Unwetter ist der Tornado. Seine Entstehung ist relativ komplex. Ein Tornado kann sich nur bei hoher Luftfeuchtigkeit bilden, wenn zugleich ein Schauer oder Gewitter auftritt. In den meisten Fällen entsteht der Tornado wenn zusätzlich auch eine vertikale Windscherung auftritt. Damit gemeint ist die Drehung und Zunahme des Windes mit der Höhe.

Durch die feuchtwarme Luft vom Golf von Mexiko treten vor allem in den USA häufig Tornados aus. Wenn zusätzlich in den höheren Luftschichten ein starker Südwestwind oder Westwind weht, ist die perfekte Mischung für ein schweres Unwetter gegeben. In feuchtwarmer Luft bilden sich vermehrt Gewitter mit sogenannten Superzellen. Also besonders kräftige und langlebige Gewitter, welche um eine senkrechte Achse rotieren. Der eng begrenzte Wirbel bildet sich dann im Aufwindbereich eines solchen Gewitters.

In Deutschland und Österreich treten Tornados eher weniger auf, da die Alpen verhindern, dass derart feuchte und warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum auftreten. Superzellen sind in unseren Regionen daher sehr selten. Eine Besonderheit sind aber Gewitterfronten im Bereich von Orkanen und Winterstürmen, etwa an der Kaltfront des Orkans „Kyrill“. Es gibt aber auch nichtsuperzellige Tornados. Diese entstehen an nichtsuperzelligen Gewittern oder Schauern. Diese bilden sich hauptsächlich bei windschwachen Wetterlagen. Typisch sind dabei Wasserhosen, die im Herbst oder Spätsommer auf Ost- und Nordsee auftreten. Dabei können sich an Konvergenzlinien dann konvektive Wolken mit mehreren Tornados aufreihen.

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