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Wie kann man das Wetter im alpinen Gelände deuten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Bei Touren im Hochgebirge ist es wichtig, gefährliche Wetteränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Aufgrund der Höhenverhältnisse und des abwechslungsreichen Geländes kommt es häufig zu extremen Wettererscheinungen. Daher sollte sich jeder Naturfreund in einer solchen Bergregion mit den meteorologischen Gegebenheiten vor Ort vertraut machen.
Wolken, Wind, Luftdruck, Temperatur und Sichtverhältnisse sind während eines Aufenthaltes im alpinen Gelände leicht zu beobachten. Ein Wetterumschwung ist so gut vorherzusehen. Unabhängig von der aktuellen Wetterlage gilt, dass Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoffgehalt mit der Höhe sinken, während die UV-Belastung mit der Höhe steigt.

  • Wolken eignen sich besonders gut für eine Wettervorhersage. Wie sehen sie aus, wie verändern sie sich, in welche Richtung ziehen sie und in welcher Höhe befinden sie sich? 
  • Bekannte Wolkenformationen sind Schleierwolken, Haufenwolken und Schäfchenwolken. Für Touren im Hochgebirge ist es hilfreich, diese Wolkenformen und ihre Unterarten zu kennen. 
  • Die schleierförmigen Cirrus-Wolken weisen zum Beispiel auf einen langfristigen Wetterwechsel hin, während die hohen Cumulonimbus-Wolken Gewitter und Hagel mit sich bringen.
  • Winde sind Luftbewegungen, die durch Luftdruck- und Temperaturunterschiede entstehen. Sowohl die Windstärke als auch die Windrichtung weisen auf die Wetterlage hin. 
  • Bei starken Winden ist erhöhte Vorsicht geboten. An solch einer Wetterscheide können extreme Wetterereignisse schnell und gehäuft auftreten. 
  • An Luftdruckschwankungen lässt sich früh ablesen, wie sich das Wetter verändert. Bei einer schnellen Druckänderung entsteht eine unbeständige Wetterlage. Fällt der Luftdruck schnell ab, ist mit Sturm zu rechnen.

  • Vor der Tour ist unbedingt ein Wetterbericht einzuholen. 
  • Kompass, Höhenmesser, Thermometer und Barometer gehören sicherheitshalber mit ins Gepäck.

  1. Hochdruckgebiete entstehen in kalter Luft. Tiefdruckgebiete entstehen, wo warme und kalte Luft aufeinander treffen. Kalte Luft ist schwerer als warme Luft und übt folglich mehr Druck auf die Erdoberfläche aus. Dieser Druck wird von uns auf dem Barometer als Druckanstieg abgelesen. Umgekehrt fällt der Luftdruck, wenn warme Luft nach oben steigt.
  2. Hochdruckgebiete lassen auf der nördlichen Halbkugel Winde entstehen, die im Uhrzeigersinn aus der Mitte des Hochs wehen. Wind aus einem Tiefdruckgebiet dreht sich logischer Weise gegen den Uhrzeigersinn. Auf der südlichen Erdkugel ist es genau andersherum.
  3. Da sich Hochdruckgebiete (Kaltluft) und Tiefdruckgebiete (Warmluft) nur sehr schwer vermischen, verdrängen sie sich gegenseitig, trennen die beiden Wettersysteme und wechseln sich ab.
  4. Durch die Beobachtung des Luftdruckes und der herrschenden Winde kann man Wetteränderungen feststellen.
  5. Nasses und wechselhaftes Wetter ist meistens mit Tiefdruckgebieten verbunden, schönes Wetter meistens mit Hochdruckgebieten.
  6. Aber kein Wetter ohne Ausnahmen. Das Wetter einer Warm- oder Kaltfront muss nicht immer schlecht sein, dann die Windrichtung aus der die Front naht ist in hohem Maße mitentscheidend. Ist die Luft zuvor über eine große Wasserfläche (Ozean , Nordsee, Ostsee) gestrichen, kann es, egal ob Hochdruckgebiet oder Tiefdruckgebiet, zu Niederschlag kommen.

 

Die Warmfront

  1. Warme Luft ist wesentlich stabiler als kalte , feuchter, zeichnet sich durch niedrigere Wolken und schlechter Sicht aus. Auch wenn es zum Zeitpunkt der Beobachtung (noch) nicht regnet. Das Wetter, das mit einer Warmfront kommt ist nicht allzu heftig, kann aber mehrere Tage bestimmend sein.
  2. Da sich Warmfronten nur langsam fortbewegen (max. 30 km/h), können bis zu zwei Tagen durch eine Folge von erscheinenden Wolkenformationen und Luftdruckabfall (Höhenmesser zeigt eine größere Höhe an wie tatsächlich gegeben) vorausgesagt werden. 
  3. Eine sich nähernde Warmfront schiebt sich langsam auf die vorherrschende kalte Luftmasse auf, erwärmt und verdrängt diese. Eine nahende Warmfront und Regen kündigt sich über eine Bewölkungszunahme über 24 Stunden an.

 

Die Kaltfront

  1. Da kalte Luft instabiler ist als warme, treten riesige getürmte Wolken, einhergehend mit sehr guter Fernsicht hinter einer Kaltfront auf, - natürlich nur, wenn es nicht regnen sollte. Das an einer Kaltfront auftretende Wetter ist rauh und heftig, jedoch dauert dieses Wetter nicht lange an. 
  2. Kaltfronten ziehen mit Geschwindigkeiten bis zu 60 Km/h und entstehen in unseren Breiten im Westen oder Norden. Bei einer aufziehenden Kaltfront schiebt sich kalte Luft unter warme Luft und zwingt diese so zum Aufsteigen. Die aufsteigende warme (feuchte) Luft kühlt mit zunehmender Höhe immer mehr ab und es entstehen hoch hinauswachsende, regenreiche Wolken.
  3. Da sich Kaltfronten relativ schnell fortbewegen nahen sie oftmals mit nur sehr kurzer Vorauswarnung.

 

Mit guter Vorbereitung und den entsprechenden Kenntnissen lassen sich Kälte, Sturm, Niederschlag und Lawinen rechtzeitig erkennen und Gefahren umgehen.

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