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Wie schneidet man einen Fruchtbaum?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Bereits bei der Pflanzung beginnt der Pflanzschnitt mit dem Schnitt der Wurzeln.
Hierbei werden Beschädigungen an der Wurzel dicht hinter Beschädigung zurück geschnitten, bis das neue helle Holz sichtbar wird. Kleine gesunde Wurzeln, die etwa die Größe eines Stiftes haben, werden nur ganz geringfügig geschnitten.

  • Wenn ein Baum im Herbst gepflanzt wird, wartet man mit dem Schnitt bis etwa Ende Februar, bis der strenge Frorst Vergangenheit ist. 
  • Bei der Pflanzung im Frühjahr wird der Schnitt des Baumes gleich während der Pflanzung oder kurz nach der Pflanzung durchgeführt. 
  • Dieser erste Schnitt wird als Pflanzschnitt bezeichnet. Der Pflanzschnitt bildet die Grundlage für eine ideale Baumform, die aus Stamm, Leitästen und Seitenästen besteht. An 
  • dem sich daraus bildenden Kronengerüst bilden sich gut belichtete Fruchtäste und Fruchtholz.

  1. Als ersten Schritt wählt man in der jungen Baumkrone 3 kräftige Triebe aus, die günstig am Stamm verteilt sind. Diese Triebe bilden später die Leitäste und sie sollten sich nicht alle an einer Stelle des Stammes befinden, sondern einen Abstand von etwa 50 cm aufweisen. 
  2. Sollte diese Äste nicht vorhanden sein, werden 3 andere ideal erscheinende Äste dazu genutzt. Die Leitäste werden etwa um ein Drittel bis um die Hälfte gekürzt und zwar immer auf eine nach außen gerichtete Knospe. Anschließend wird die Stammverlängerung, also der Mitteltrieb so zurück geschnitten, dass sie die Leitäste um eine Handbreite überragt. 
  3. Man sollte immer davon ausgehen, je kräftiger der Rückschnitt erfolgt, desto kräftiger wird der Neuaustrieb.
  4. Im folgenden Spätwinter oder zeitigem Frühjahr muss man die junge Baumkrone wieder schneiden. Das nennt man einen Erziehungsschnitt. Dieser wird so oft wiederholt, bis die Baumkrone fertig aufgebaut ist. Das kann zwischen 5 - 8 Jahren dauern. 
  5. Beim Erziehungsschnitt werden alle Konkurrenztriebe und die zu dicht stehenden oder an der Astoberseite entstehenden neuen Triebe an der Ansatzstelle entfernt. Anschließend werden alle Leitast- und Stammverlängerungen verschnitten.
  6. Im 2. Jahr und alle nachfolgenden Jahre erfolgen die gleichen Schnitte. Empfehlenswert ist es, in den ersten Jahren einen zusätzlichen
  7. Erziehungsschnitt im Juli bis August durchzuführen. Das hat zur Folge, dass der Kronenaufbau schneller voran geht.
  8. Bei Fruchtbäumen kann es passieren, dass diese trotz Pflanz- und Erziehungsschnitt nicht so wachsen, wie wir uns das notwenig wäre. Um dem Entgegenzuwirken kann man die Äste spreizen oder waagerecht binden. Dadurch wird die Fruchtbarkeit der Triebe gefördert.
  9. Ist die Krone eines Fruchtbaumes richtig ausgebildet, benötigt der Baum keinen Erziehungsschnitt mehr. Man muss nur dafür sorgen, dass die bereits vorhandene Krone bestehen bleibt. Diesen Schnitt bezeichnet man als Instandhaltungsschnitt.

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