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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49

Von einer Schneelawine begraben zu werden gilt als Katastrophe. Jeder Wintersportler weiß um diese Gefahr. Es gibt Verhaltensregeln, die hilfreich sein können wenn man in diese ausweglose Situation gerät, denn flüchten vor einer Lawine ist zwecklos. Diese Hinweise dienen lediglich zur Information und ersetzen keinen Lawinenkurs, der von Alpenvereinen und Bergsteigerschulen angeboten wird. Er sollte jährlich aufgefrischt werden.

Bitte beachten

  • Eine große Gefahr stellt dar, dass man durch eine schnelle Abfahrt versucht der Schneelawine zu entrinnen, dieses kann nur in den seltensten Fällen gelingen und dadurch hat man nicht genügend Zeit, die Ski, Snowboard oder Scheeschuhe und Stöcke zu lösen. 
  • Man wird zu einer Art „Anker“ und in die Tiefe der Lawine gerissen. Auch sonstige Gegenstände wie zum Beispiel ein Rucksack sollen abgeworfen werden. 
  • Falsches Verhalten kann tödlich sein. Als große Gefahr gilt auch die lange Zeit die vergehen kann bis Rettungskräfte das Lawinenopfer finden und bergen können. 
  • Nach etwa 15 Minuten kommt für 90 Prozent der Verunglückten die Hilfe zu spät. Meist kommt es zum Erstickungstod. 
  • Man sollte wissen, dass im Frühjahr die Nassschneelawinengefahr unter 2500m steigt, da durch die Frühlingssonne und der milden Luft die Schneedecke geschwächt wird. Bei der Rettung sollte an die Gefahr der Nachlawinen gedacht werden.

Dinge die benötigt werden

  • ausgewiesene Pisten wählen
  • Wettervorhersagen berücksichtigen
  • Wissen um die Schneerettungsnummer/ Bergrettung des Landes
  • ein Lawinen-Airbag oder Avalancheball
  • wenn möglich Avalung-Weste
  • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät, kurz LVS
  • Lawinenschaufel
  • Lawinensonde
  • man sollte mindestens zu dritt unterwegs sein!
  • sind in der Nähe Rettungskräfte: laut schreien solange es geht!
  • Wissen: So erkennt man, ob ein Tiefschneehang lawinengefährdet ist.

Verhalten beim Lawinen-Abgang

  1. Die vorhandenen Rettungsmittel aktivieren: Den Lawinen-Airbag durch ziehen am Auslösegriff, die Avalung-Weste über einen Schnorchel mit der Ausatemluft füllen damit in die Luftspeichern am Rucksack genügend Luft gelangt um unter der Lawine atmen zu können.
  2. Nur wenn man sich am Rand des Lawinenhangs befindet eine Flucht einleiten. Bedenke, dass Du die richtige Richtung kennen musst!
  3. Ski, Snowboard oder Scheeschuhe und Stöcke sind zu lösen wegen der Gefahr der Ankerwirkung.
  4. Sollte man es nicht geschafft haben die Bretter oder Stöcke zu lösen, sollte man gegen das hinunterziehen in die Lawine ankämpfen.
  5. Die Hockstellung ist einzunehmen wenn die Lawine langsamer wird und eine Atemhöhle schaffen mit den Händen vorm Gesicht.
  6. Nicht Verschüttete sollten wenn möglich den Punkt des Verschütteten im Auge behalten.
  7. Dann die Verschütteten orten und richtig bergen. Dazu kommt ggf. das LVS zum Einsatz. Von der Seite her graben um keine Kopfverletzungen zu provozieren. Den Kopf mit den Händen freilegen.
  8. Unfallmeldung absetzen (länderspezifische Nummern beachten!)
  9. Bei den Geborgenen die Atemwege von Eis, Schnee und dergleichen befreien.
  10. Erste Hilfe Maßnahmen durchführen. Unterkühlte Personen nicht aktiv bewegen lassen denn durch das Vermischen des warmen Kernblutes mit dem kalten Blut aus der Peripherie kann der „Bergungstod“ durch Herz-Kreislauf-Stillstand eintreten.
  11. Schneller Abtransport ist angeraten.

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