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Wie verhindert man eine Unterkühlung in der freien Natur?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Die Folge ist ein Absinken der Körpertemperatur und die Gefahr von Unterkühlung.

Der menschliche Körper ist in der Lage, seine Temperatur auch bei abweichender Umgebungstemperatur auf gleichbleibend 37°C Grad zu halten. Ist unser Körper über einen langen Zeitraum einer wesentlichen Differenz zwischen Umgebungstemperatur und Körpertemperatur ausgesetzt, kann er ohne besonderen Schutz diese Temperatur nicht mehr halten. Die Folge ist ein Absinken der Körpertemperatur und die Gefahr von Unterkühlung. Die Unterkühlung verläuft in unterschiedliche Stadien, welche sich zunächst durch Muskelzittern und durch Verringerung der Durchblutung der äußeren Gliedmaßen andeuten und im weiteren Verlauf Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit und letztlich zum Versagen des Atem- und Kreislaufstillstand führen. Durch Berücksichtigung der folgenden Ratschläge, kann man dieser Gefahr jedoch recht wirkungsvoll entgegenwirken.

  • Es ist unbedingt darauf zu achten, genügend Flüssigkeit und Nahrung zu sich zu nehmen. 
  • Niemals Alkohol konsumieren, da dieser die Gefäße vergrößert, wodurch die Körperwärme leichter entweichen kann. 
  • Zur Vermeidung von Erschöpfung sollten Etappen im überschaubaren bzw. "machbaren" Rahmen geplant werden. 
  • Wind kann den Körper stark auskühlen, daher ist bei starkem Wind unbedingt Schutz aufzusuchen. Zudem ist es von großer Bedeutung, Kleidung und Schlafsachen trocken zu halten und feuchte Kleidung schnellstmöglich zu wechseln. 
  • Die Kleidung sollte zudem atmungsaktiv sein, um eine Durchfeuchtung infolge Körperschweiß zu verhindern bzw. zu verringern. Kleidungsstücke sollten, um die isolierende Wirkung zu bewahren immer trocken sein. 
  • Durch Feuchte Kleidung entsteht Verdunstung und somit die Gefahr von starkem Wärmeverlust. 
  • Es empfiehlt sich der "Zwiebellook". Durch das tragen mehrerer Schichten übereinander entsteht zusätzliche Kälte-Isolierung.

Bei zu erwartenden Temperaturen von unterhalb +10°C, sollte man unbedingt die folgenden Dinge dabei haben:

  • warme, isolierende Kleidung,
  • Wechselkleidung,
  • Regenkleidung bzw. Regenschutz,
  • ausreichend Nahrung und Getränke,
  • Gaskocher, Feuerzeug, Thermoskanne,
  • Biwakzelt und Schlafsack,
  • gut isolierende Unterlage (Schlafmatte)
  • Wärmeisolierende Folien (metallbeschichtet)
  • Kartenmaterial und ggf. GPS.

  1. Planen Sie Ihre Tour bzw. Ihren Aufenthalt in der Natur gründlich. Beziehen Sie alle Eventualitäten mit ein und erarbeiten Sie eine Liste der wichtigen Utensilien. 
  2. Erarbeiten Sie Zeit- und Etappenpläne und denken Sie ggf. an notwendiges Kartenmaterial oder GPS.
  3. Sorgen Sie für ausreichende Erholungsphasen und nehmen Sie regelmässig Nahrung und Flüssigkeit zu sich. 
  4. Für die Flüssigkeitsaufnahme eignet sich besonders Tee oder heißes Wasser, da es den Körper von innen wärmt.
  5. Bei schlechten Witterungsbedingungen - starker Wind, Regen oder Schnee - sollten sie schnellstmöglich Schutz suchen.
  6. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung. Bewegung verbessert die Durchblutung und bedingt für eine bessere Wärmeversorgung.
  7. Suchen Sie die Nähe zu anderen Personen. Gegenseitiger Austausch von Körperwärme kann Leben retten.

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