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Letztes Update am 15.01.2015, 11:43
Bikram Yoga – in einem auf 40 Grad erhitzen Raum 90 Minuten ein bisschen dehnen und dabei atmen. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder? In der Realität sieht das ganze jedoch etwas anders aus. Ich habe den Versuch gewagt und mich in den „hot room“ getraut.

Hot Room Yoga

An der kleinen Rezeption stehen bereits zwei super gelaunte und auffällig gut trainierte Trainer, die jeden Hineinkommenden freundlich willkommen heißen. Und so fühlt man sich dann, in dem mit Surfbrettern an der Wand verzierten hellen, freundlichen Raum, auch wirklich – willkommen. Nach einem kurzen Check-in und dem Abschließen des Starterpakets (10 Tage für 10 €), geht’s in die Umkleide und rein in sowenig Sportkleidung wie möglich. Denn wie schon auf der Website angekündigt ist  "weniger mehr". Die meisten Teilnehmerinnen haben sich diesen Ratschlag sichtlich zu Herzen genommen und tragen außer knappe Hot-Pants und einen Sport-Bh nichts. Kurz vor dem Betreten des 'hot rooms', führt der Weg nochmal vorbei an den beiden freundlichen Trainern, die viel Spaß wünschen und dabei den Teilnehmern ein zweideutiges Lächeln zuwerfen, das kurz verunsichert und die Frage aufwirft, ob das Bevorstehende wirklich spaßig sein wird.

 

Der hot room macht seinem Namen alle Ehre: Man spürt die über 40 Grad Unterschied zu den draußen herrschenden, winterlichen Temperaturen ganz eindeutig. Bereits nachdem die Matte ausgerollt ist, durstet es nach erfrischenden Schluck Wasser. Nun erklärt sich auch wieso die ca. 20 anderen Kursteilnehmerinnen eine 2 Liter Flasche vor sich platziert haben. Die Tür öffnet sich und eine weitere knapp bekleidete Trainerin betritt den Raum. Abgesehen von den sogar noch ausgeprägteren Sixpack als die eben schon ersichteten, ist sie anhand ihrem, hinter ihrem Ohr befestigten Mirkrophons, zu erkennen. Ohne große Umschweife geht es mit, wie sie sie nannte, „einfachen“ Atemübungen los. Als totaler Yoga Neuling verliert man hier schon gleich mal den Anschluss. Glücklicherweise wird jede Position immer zweimal wiederholt, also bekommt man immer noch eine zweite Chance.  Beim zweiten mal klappt es dann schon gleich ein bisschen besser. Die darauffolgenden 90 Minuten werden mit 26 genau aufeinander abgestimmten Hatha Yoga Positionen ausgefüllt. Jede Übung befolgt die drei Grundprinzipien: kontrollierte Atmung in der Position, halten der Position für eine gewisse Zeit gefolgt von einer kurzen Ruhephase.

 

Nach spätestens ca. 5 Minuten sind alle Kursteilnehmer von oben bis unten nass geschwitzt, also kann man sich die körperliche Verfassung aller Anwesenden nach 1,5 Stunden vorstellen. Außerdem wird dem einen oder anderen durch die Hitze und der Übungen, die gezielt dafür eingesetzt werden den Kreislauf anzukurbeln, während des Kurses etwas schwindlelig - eine ganz natürliche, unbedenkliche Reaktion, wie unsere Trainerin uns mitteilt. "Das letzte Mal, das ich mich so auf eine Dusche gefreut habe, war nach einem viertägigen Festival Aufenthalt", murmelt eine Teilnehmerin neben mir und ich stimme ihr gedanklich zu. Abgesehen von dem dringenden Bedürfnis so schnell wie möglich ins Bett zu fallen, fühlt man sich im positiven Sinne ausgepowert und unglaublich entspannt. Um nun nochmal auf das Lächeln der beiden Trainer zu Anfang zurückzukommen: es war also definitiv ernst gemeint und frei von jeglichen Hintergedanken. Denn es macht, trotz Anstrengung, in der Tat Spaß! Wenn dann der unausweichliche Muskelkater (es wirkt nur wenn mans spürt ) am nächsten Tag überstanden ist, sollte man sich so früh wie möglich wieder auf die Matte schwingen, damit der Körper sich an diese Sportart gewöhnen und die Seele sich bald über Fortschritte erfreuen kann.

 

Bikram Yoga regt den Stoffwechsel an und stimmuliert die Verdauung. Außerdem stärkt man damit den Rücken und die Beweglichkeit der Wirbelsäule. So kann man auch endlich die lästigen Rücken-, oder Nackenschmerzen in Griff bekommen. Zudem hat es auch psychische Effekte: die Willenskraft wird gestärkt und die Konzentration geschult. Bikram Yoga ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen!

 

Positionen

Im Folgenden ein kleiner Einblick in 4 der 26 Positoinen,

Aufschauende Hund

Der aufschauende Hund dient der Dehnung und Stärkung des Rückens.
Der aufschauende Hund dient der Dehnung und Stärkung des Rückens. Foto: Shutterstock.com

Balancing Stick

Die Position namens Balancing Stick fördert die Durchblutung, deht die Wirbelsäule und stärkt die Beinmuskulatur.
Die Position namens Balancing Stick fördert die Durchblutung, deht die Wirbelsäule und stärkt die Beinmuskulatur. Foto: Shutterstock.com

Adler

Der Adler öffnet 14 Hauptgelenke, stimuliert das zentrale Nervensystem und fördert das Gleichgewicht und die Balance.
Der Adler öffnet 14 Hauptgelenke, stimuliert das zentrale Nervensystem und fördert das Gleichgewicht und die Balance. Foto: Shutterstock.com

Spinal Twist

Spinal Twist komprimiert und dehnt die gesamte Wirbelsäule und fördert die Hüft und Rückenbeweglichkeit.
Spinal Twist komprimiert und dehnt die gesamte Wirbelsäule und fördert die Hüft und Rückenbeweglichkeit. Foto: Shutterstock.com

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