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Letztes Update am 19.02.2015, 15:22
Die Yachten werden immer größer und komfortabler und daher dehnen sich die Fahrtziele immer weiter aus. Daher gehören Nachttörns zunehmend zum seglerischen Alltag.

Schiffsbegegnungen

Berufsschiffe fahren mit eingeschalteter Selbststeuerungsanlage. Die Chancen, dass die relativ schwachen Positionslichter jedoch gesehen werden, sind sehr gering. Im Zweifelsfall ist es daher besser, sämtliche Lichter einzuschalten, einschließlich der Salingsleuchten. Hat man eine starke Lampe (z.B. Scheinwerfer) richtet man den Lichtstrahl auf die Brücke des Großschiffes und nicht auf die eigenen Segeln, da sie von der Brücke kaum wahrgenommen werden können. Notfalls schießt man weiße Sterne, um auf sich aufmerksam zu machen. Hier gilt, ähnlich wie bei dem Thema „Ausweichen“: Die Berufsfahrt verlässt sich heute mehr und mehr auf ihr AIS Gerät. Yachten, die mit AIS Transportern ausgerüstet sind und damit auf dem Bildschirm der Großschiffe erscheinen, haben heute ideale Voraussetzungen von der Großschifffahrt wahrgenommen zu werden.

Wachplan

Egal ob Langfahrt oder Nachtfahrt: Außer dem Skipper muss ein Crewmitglied an Bord sein, dass verantwortlich als Wachführer fungieren kann. Es muss also ein Wachplan aufgestellt und dieser auch strikt eingehalten werden. Die Länge der Wachen ist ein kritischer Punkt in der Planung. Die traditionelle Wacheinteilung sieht 4 Stunden Dienst und darauffolgend 4 Stunden Ruhe vor, mit zwei Kurzwachen von 2 Stunden am frühen Abend, damit sich die Wachen täglich verschieben. Der Skipper, als wohl erfahrenster Segler an Bord, reiht sich so in den Wachplan ein, dass er sich bei Annäherung an die Küste an Deck befindet.

 

Leistungsabfall und Nachtsichtigkeit

Eindeutig erwiesen ist, dass sich normalerweise nach Mitternacht eine gewisse Müdigkeit einstellt. Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelligkeit nehmen immer mehr ab, bis gegen ca. 3.00 Uhr der Tiefpunkt erreicht ist. Je länger die Dunkelperiode dauert, desto deutlicher werden Leistungs - und Konzentrationsabfall. Während der Nachtfahrt sollte an Deck kein Licht gebraucht werden und die Kajütenbeleuchtung muss gegen das Cockpit abgeschirmt werden.  

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