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Sommerspiele oder Winterspiele - Was ist beliebter?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Olympische Spiele - lieber im Sommer oder in Winter erleben?

Olympische Spiele gelten neben der Fußball-Weltmeisterschaft als eins der größten, oder vielleicht sogar als das größte Sportereignis der Welt. Vor einem halben Jahr wurden die Sommerspiele in London ausgetragen und brachten der Stadt nicht nur einen beachtlichen finanziellen Gewinn, sondern vor allem auch für ganze 20 Tage die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ein. Der Fernsehsender BBC berichtete insgesamt mehr als 5000 Stunden über mehrere Kanäle von den Spielen, um möglichst alle der 302 Wettbewerbe in 26 Sportarten live zu übertragen. Auch in Deutschland berichteten ARD und ZDF praktisch drei Wochen non-stop aus London. Parallel gab es Live-streams der Sender im Internet, mit denen die Wettbewerbe verfolgt werden konnten, die die Sender nicht im Programm hatten. Diese erfreuten sich großer Beliebtheit bei den Sportfans und wurden zum Teil bis zur Netzüberlastung genutzt.

  • Die genannten Zahlen sind allerdings nur bedingt aussagekräftig.
  • Aufgrund der Zeitverschiebung zum Austragungsort fanden die Übertragungen der Winterspiele in Vancouver in Deutschland fast ausschließlich in den Abendstunden statt, die schon von Natur aus höhere Zuschauerzahlen verzeichnen.
  • Zudem finden die Sommerspiele im "Fernseh-Sommerloch" statt.
  • Grundsätzlich muss beachtet werden, dass die wenigsten Zuschauer sich für alle angebotenen Sportarten interessieren.
  • In der Regel gilt das größte deutsche Interesse den Sportarten, in denen deutsche Sportler erfolgreich um Medaillen kämpfen - unabhängig davon, ob es um Sommer- oder Winterspiele geht und unabhängig von der Sportart als solche.
  • Diese Feststellung impliziert, dass das Zuschauerinteresse nicht konstant ist, sondern abhängig von der Leistung der Athleten.

Die wichtigsten Fakten

  • Eines Quotenchecks im Internet zufolge waren in Deutschland erwartungsgemäß die abendlichen Übertragungen am erfolgreichsten, die im Durchschnitt über 5,5 Millionen Zuschauer und damit einen Marktanteil von knapp über 25% vorweisen konnten.
  • Beachtliche Zahlen, die von einem enormen öffentlichen Interesse zeugen, das im Vergleich zu den Spielen in Peking vier Jahre zuvor noch angestiegen ist. Die letzten Olympischen Winterspiele fanden 2010 in Vancouver, Kanada statt.
  • An 16 Tagen fanden hier 86 Wettbewerbe in 7 Sportarten statt, was im Vergleich zu den Olympischen Sommerspielen fast lächerlich wenig erscheint. Der Beliebtheit der Wettkämpfe in Deutschland tat dies allerdings keinen Abbruch.
  • In der Spitze erreichte die ARD rund 10 Millionen Zuschauer und damit einen Marktanteil von fast 30% und das ZDF schlug sogar die Champions League Übertragung auf Sat 1 mit gut 20% der Fernsehzuschauer.
  • Zudem gilt: Große Namen sind Zuschauermagneten. Sind in Deutschland bekannte und beliebte Sportler in einem Wettkampf aktiv und kämpfen sie vielleicht sogar um Medaillen mit, schießen die Zuschauerzahlen fast von selbst in die Höhe.
  • Auch dies spricht stark für wechselndes Interesse der breiten Masse, sowohl innerhalb der Sportarten einer Veranstaltung, als auch was den Vergleich zwischen Sommer- und Winterspielen angeht. Denn Sport-Ikonen kommen und gehen in allen Sportarten.
  • Ein Argument, das klar für die Sommerspiele spricht, ist die These, dass Menschen sich für Sportarten interessieren, die sie selbst betreiben. Da die Sommerspiele eine viel breitere Fülle an Sportarten abdecken, scheinen sie hier klar im Vorteil zu liegen.
  • Zusammenfassend muss aber festgestellt werden, dass eine Antwort mit einer klaren Tendenz hier kaum gegeben werden kann.

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