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Gratis Musik im Internet legal downloaden? - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:24
Ganze Webseiten und Portale widmen sich Gratis Musik im Internet...

Ganze Webseiten und Portale widmen sich Gratis Musik im Internet, die du legal downloaden kannst. Neben rechtlichen Kniffen, die ausgenutzt werden können, bieten auch viele Bands ganz bewusst ihre Alben zum Gratisdownload an. Wir zeigen, wie es geht.

Gratis Musik im Internet

Die Privatkopie

  • Im Urheberrecht gibt es ein Hintertürchen, durch das es legal ist, gratis Musik runterzuladen: So wie früher Tapedeck-Fetischisten Radiosendungen auf Kassette aufgenommen und Mixtapes mit ihren Lieblingsliedern fürs Auto gebastelt haben, darf jeder eine Privatkopie von Musik und Filmen anfertigen.
  • Du darfst diese Musik aber nur für dich selber nutzen, also nicht anderen zugänglich machen, und auch kein Geld daran verdienen. Im digitalen Zeitalter wird dies durch spezielle Webseiten und Browserplugins erledigt, die beispielsweise Songs auf YouTube mitschneiden und als Video oder Audiodatei speichern.
  • Internetradio kannst du mit Softwareplugins für Audioprogramme, z.B. Winamp, mitschneiden.
  • Die Musiker gehen dabei übrigens nicht automatisch leer aus. Sofern sie Mitglied der Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA sind, erhalten sie von dieser Geld ausgeschüttet - und das holt sich die GEMA durch Pflichtbeträge wieder rein, die du für jeden USB-Stick, für jeden Brenner, für jeden CD-Rohling mitbezahlst.

Seiten für Gratis Musik

  • Auf speziellen Webseiten und Portalen tummeln sich eine Menge Bands und Musiker, die einen Teil ihrer Musik - oder sogar ganze Alben - gratis anbieten.
  • Ihre Beweggründe sind ganz unterschiedliche. Manche haben nicht den Anspruch, mit ihrer Musik Geld zu machen, manche wollen möglichst bekannt werden, wieder andere verzichten auf ihr Urheberrecht und stellen ihre Werke unter andere Lizenzen wie Creative Commons oder Copyleft.
  • Einige Musiker erkennen auch, dass gratis Musik ein toller Anreiz für ihre Fans ist, ihre Stücke zu remixen, was zum viralen Marketing der Band indirekt beiträgt und sich für sie sehr gut auszahlen kann - bekanntes Beispiel hierfür ist Trent Reznor.

Filesharing

  • Filesharing hingegen ist eine relativ unsichere und rechtlich fragwürdige Methode, an gratis Musik zu gelangen.
  • Der Gesetzgeber rechnet damit, dass alle Dateien, die dort geteilt werden, aus illegalen Quellen stammen könnten, was das Runterladen ebenfalls illegal macht.
  • Problematisch ist hierbei auch, dass Filesharing-Programme Dateien nach dem Runterladen automatisch für andere User hochladen (oder seeden). Spätestens jetzt ist die Grenze von der Privatkopie zur Raubkopie überschritten.

Gemeinfreiheit

  • Ein weiteres Hintertürchen im Urheberrecht ermöglicht es, ganz legal gratis Musik runterzuladen, wenn das Urheberrecht erloschen ist. Die Werke gelten dann als gemeinfrei.
  • Das ist 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers der Fall und betrifft daher vor allem klassische Musik und Aufnahmen aus der Anfangszeit der Tonträgerentwicklung.
  • Achtung: Dennoch können Rechte weiterbestehen! Wenn beispielsweise ein zeitgenössisches Symphonieorchester Johann Sebastian Bach spielt, können die Urheberrechte an dieser Aufnahme beim Orchester, dem Dirigenten oder den Musikern liegen.

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