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Nach welchen Kriterien sind die Tasten auf der Tastatur angeordnet?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Der Umgang mit Computer und Tastatur gehört mittlerweile zur Selbstverständlichkeit.

Der Umgang mit Computer und Tastatur gehört mittlerweile sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld zur Selbstverständlichkeit. Sicherlich vertippst Du dich auch regelmäßig und ärgerst dich anschließend über deine mangelnden Tippfähigkeiten. Das 10-Fingersystem ist gar nicht so schwer so erlernen wie man vermutlich denkt. Aber hast Du dich auch schon mal gefragt, warum die Tasten gerade so angeordnet sind und nicht anders?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten und liefert ein völlig anderes Ergebnis, wie man eigentlich gedacht hätte. Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass die Tasten so platziert sind, dass man möglichst schnell und fehlerfrei tippen kann. Doch weit gefehlt, eigentlich verhält es sich sogar eher umgekehrt, dann das Ganze entstand so:

  1. Zum Glück sind die Tasten immer gleich angeordnet und entsprechen in Deutschland der so genannte QWERTZ Belegung. 
  2. Der Name ist von den sechs hintereinander folgenden Buchstaben auf der Tastatur oben links abgeleitet. 
  3. Das Vorbild für diese Belegung liefert die QWERTY Anordnung aus dem englischen Sprachraum, bei der das Z und Y getauscht sind. 
  4. Entwickelt hat diese Anordnung Christopher Latham Sholes bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 
  5. Ziel war es beim Schreiben oft benutzte Buchstaben möglichst weit voneinander entfernt anzuordnen. Doch warum das? Man sollte meinen, dass man zum Zwecke des flüssigen Schreibens die Tasten eher genau auf die entgegengesetzte Art platzieren müsste. 
  6. Der Grund ist ein ganz anderer und leitet sich von der Mechanik der damals genutzten Schreibmaschinen ab. Dadurch, dass häufig benutzte Buchstaben weit voneinander getrennt sind, sind auch die Hämmerchen, die die einzelnen Buchstaben zu Papier bringen räumlich weit getrennt. 
  7. Es wird so verhindert, dass sich die Mechanik verhaken kann und das Schreiben unterbrochen werden muss. 
  8. Christopher Latham Sholes hat also nichts anderes getan, als statistisch untersucht welche Buchstaben oft unmittelbar hintereinander folgen und diese möglichst weit getrennt. 
  9. Die deutsche Tastatur hat im Prinzip diese Anordnung übernommen, die allerdings für unsere Sprache nicht stimmig ist. 
  10. So ist zum Beispiel die Buchstabenfolge "er" eine der häufigsten in der deutschen Sprache verwendeten, die Tasten sind aber direkt nebeneinander angeordnet. 
  11. Dies widerspricht eigentlich dem Prinzip des Christopher Latham Sholes.
  12. Heutzutage sind mechanische Schreibmaschinen längst in den Kellern oder Museen verschwunden und Computer beherrschen den Alltag. 
  13. Eigentlich hätte man deshalb von dem alten Prinzip abrücken können und die Tasten im Sinne der Ergonomie und des flüssigen Schreiben anordnen können. 
  14. Doch hatte sich über hundert Jahre die Tastaturbelegung so bei den Schreibenden verankert, dass eine Veränderung aufgrund mangelnder Akzeptanz durch die User im Prinzip ausgeschlossen ist.
  15. Wenn Du dich also das nächste Mal vertippst, lass das mit dem Ärgern sein und mache Dir bewusst, dass Du nicht persönlich versagt hast sondern Christopher Latham Sholes und die mechanische Schreibmaschine der Grund allen Übels sind.

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