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Warum sammelt Facebook Userdaten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Der ausgelöste Facebook-Skandal rüttelt praktisch an den Grundfesten des Unternehmens.

Über die Kommunikationsplattform Facebook tauschen sich Menschen in aller Welt untereinander aus und sprechen nicht nur über Hobbies, Ansichten zur Entwicklung der Welt. Vielmehr nutzen viele Facebook auch als eine Art persönliches Gedächtnis oder Fotoarchiv, auf dass sie weltweit zugreifen können. Gerade für Menschen, die ein Auslandssemester haben oder in den Urlaub fahren ist dies eine scheinbar günstige Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu bleiben.

Anstatt hoher Telefongebühren reicht hier ein Internet-Zugang, den man zu Hause günstig per Flatrate bekommen kann oder nach Zeit anmietet. Wer verstehen will, warum Facebook auch gelöschte Daten der User sammelt, der sollte in die Historie des Unternehmens einsteigen und das Geschäftsmodell verstehen.

  • Jeder hat - wie immer in der Marktwirtschaft - eine persönliche Entscheidung: Was ist mir Freiheit wert und wie hoch wiegt der Vorteil der bequemen, beinahe kostenfreien Nutzung. Es liegt an Dir selbst, wie Du entscheiden. 
  • Denn zur Kündigung und Datenlöschung genügt Dein Einschreibebrief an das Unternehmen.

Facebook ist eine geniale Werbeplattform 

  1. Die meisten Internet-Werbeangebote leiden darunter, dass sie beinahe ungezielt an jedermann verbreitet werden, der gerade auf eine Internet-Seite klickt. 
  2. Wenn Du beispielsweise die Seite von spiegel.de anklickst, wirst Du andere Werbung zu sehen bekommen als jemand der das Angebot einer Autozeitschrift im Internet anklickt. 
  3. Die meisten im Internet als Banner oder Verlinkung geschaltete Werbung bleibt deshalb ungelesen. Einfach weil diese unspezifisch an jeden eingeblendet wird, egal ob Mann oder Frau, egal ob Erstbesucher oder täglicher Leser. 
  4. Die Idee hinter dem sogenannten sozialen Netzwerk "Facebook" ist, Werbung mehr zu personalisieren. 
  5. Wenn Du also mehr über Deinen Beruf und Deine Hobbies angibst, dann bekommst Du entsprechende Werbung zugesendet. Entweder direkt auf seine Seite oder bei Zustimmung zum Erhalt von Angeboten auf anderen Wegen auch per Mail oder allen anderen Kommunikationsplattformen. 
  6. Damit vermeidet der Werbetreibende, dass er beispielsweise 1.000 Klicks oder ansehende Interessenten bezahlt, die sein Produkt wahrscheinlich niemals kaufen werden. da sich jeder bei Facebook immer mit einem von ihm selbst gewählten Namen anmeldet, weiß Facebook jederzeit, wer vor dem Rechner sitzt. 
  7. Aus zusätzlichen Angaben wie Beruf und Alter kann auch das Einkommen geschätzt werden. Werbetreibende haben somit die Altersangabe, die Einkommensgruppe und vielleicht auch die Interessen des Einzelnen. 


Mit jeder Transaktion lernt facebook den Nutzer näher kennen !

  1. Durch die beliebten "Gefällt mir"-Buttons lernt Facebook jedes Mal etwas über seine Benutzer - also über Dich. 
  2. Wenn Du bei Reisen oder Schiffen immer begeistert bist, dann kann Dir eine hochpreisige Luxuskreuzfahrt oder auch eine junge Clubkreuzfahrt angeboten werden. 
  3. Deshalb sind praktisch alle Vergangenheitsdaten bares Gold wert. Mit jedem einzelnen Klick wird das Profil des Benutzers durchschauberer und interessanter. Dies stellt den eigentlichen Wert von Facebook dar.


Durch zu viele Löschvorgänge wird Facebook wertlos !

  1. Der von dem Wiener Jura Studenten ausgelöste Facebook-Skandal rüttelt praktisch an den Grundfesten des Unternehmens Facebook. 
  2. Wenn bisher aufgelaufene Informationen einfach gelöscht werden können, dann wird das Profil vom Benutzer wieder beeinflussbar. 
  3. Es ist aber für die Werbeindustrie auch wirklich nur interessant, wenn vollständige Informationen vorliegen. 
  4. Deshalb hat Facebook durch eigene Ungeschicktheit selbst offenbart, dass der Bitte des Benutzers Daten zu löschen, nicht nachgekommen wird. 
  5. Diese werden in der Rechenzentrale also nicht wirklich gelöscht, sondern eher auf einen Status "unsichtbarer" Datenbestand geschaltet. 
  6. Wenn also der Student über 1.200 Seiten seiner Daten zugesendet bekommt, dann ist dies ein Fehler der Kommunikationsarbeit des Unternehmens. Und eine Missachtung des in Deutschland geltenden Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. 


Was kann der Facebook Benutzer dagegen tun ? 

  1. Die konkrete Empfehlung lautet, eine persönliche Abwägung zu treffen. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, wie viele Informationen er preisgibt und was er damit anstellen möchte. 
  2. Wenn Du Deine Einkommensbandbreite über den Firmennamen und die Position bekanntgeben willst - tu es und warte auf spezielle Werbeangebote. 
  3. Wenn Du aber ein selbstbestimmtes Leben führen möchtest, denn solltest Du auf zu viele Angaben dort verzichten und Deine Präsenz langsam herunterfahren. 
  4. Auf alle Fälle solltest Du aber weder Zeugnisse dort einscannen (in der neuen Funktion timeline), noch Geschäfte dort abwickeln.
  5.  Die Datenschutzstandards in den Ländern sind zu unterschiedlich und entsprechen nicht dem hohen, deutschen Sicherungsniveau.

Wen du wissen möchtest wie du als Facebook User an deine Userdaten kommst, mittels Online Antrag, bitte hier klicken und dich informieren.

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