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Warum wurde die App Flappy Bird wieder vom Markt genommen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Flappy Bird. Keine App polarisierte die Massen in letzter Zeit so wie der kleine Vogel.

Flappy Bird. Keine App polarisierte die Massen in letzter Zeit so wie der kleine Vogel, der verzweifelt versucht, durch eine Welt voller Röhren und Öffnungen seine Flugbahn zu finden.

Dabei ist die App von absolut einfacher Gestalt. Sowohl der Sound und die Grafik, die genauso gut einem frühen Teil der Super Mario Serie entnommen worden sein könnten, als auch die Steuerung waren nicht gerade von gehobenem Anspruch. Mittels Berührung auf dem Touchscreen schlug der Vogel einmal mit den Flügeln nur um dann bei dem Ausbleiben einer weiteren Berührung die gleiche Höhe wieder abzusinken. Mittels geschickter Kombination von Fliegen und Sinken musste der Vogel durch zahlreiche kleine Lücken von links nach rechts scrollend fliegen, ohne dabei auch nur mit einer Federspitze das Hindernis zu berühren.

Einfaches Design - schweres Spiel

Und genau hier setzt die Polarisation ein. Der Suchtfaktor, immer noch ein Hindernis mehr zu schaffen stieg potential mit dem Frustfaktor an, welcher bei jedem Game-Over Bildschirm aufkam. Und der geneigte App Nutzer sah oder sieht diesen Bildschirm öfter und länger als den eigentlichen Spielbildschirm. In den Zeiten der sozialen Dienste blieb das Echo natürlich nicht aus und verzweifelte Spieler ließen ihren Frust am perplexen Entwickler Dong Nguyen aus, welcher die App innerhalb weniger Stunden programmiert hatte. Die Wut vieler Spieler aufgrund des enormen Schwierigkeitsgrad von Flappy Bird trafen ihn völlig unerwartet, ebenso unerwartet wie der plötzliche Bildschirmtod unzählige Nutzer getroffen hat. Gerüchten zu Folge gingen bereits einige Handys in den ewigen Datenmüllhimmel über. 

Nachvollziehbare Entscheidung?

Aufgrund des enormen Feedbacks und der ausufernden Beschuldigungen zog Dong Nguyen jetzt die Notbremse und stoppte den Vertrieb von Flappy Bird über die gängigen App Stores. Und das, obwohl ihn das Spiel seit seiner Veröffentlichung im November 2013 zu einem durchaus wohlhabenden Mann hat werden lassen. Zwar war das reine Spiel kostenlos und es gab keinen herunterladbaren kostenpflichtigen Content, dennoch verdiente Dong Nguyen Insiderkreisen nach pro Tag 50.000 Euro aufgrund der im Spiel dezent eingebauter Werbebanner. Zwar wird es wohl in absehbarer Zeit ein kostenpflichtiges werbefreies Spiel geben, aber das dürfte den Zorn der Spieler nicht senken, da sich keiner an den Werbebalken gestört hat sondern lediglich an der beinahe unzumutbaren Schwierigkeit die der kleine Vogel aufgeworfen hat und schlussendlich zum Stopp der App geführt hat.

Böse Zungen behaupten, dass der Entwickler diesen Schritt lediglich aus PR-Beweggründen unternommen hat um mit einer kostenpflichtigen App den Hype gebührend auszunutzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Blatt noch wendet. Festzuhalten bleibt aber, dass sich viele Nutzer Gedanken machen sollten, ob sie sich und das eigentlich vergnügliche Spielen in der Freizeit nicht zu ernst und wichtig nehmen. Denn bei aller Kritik bleibt Flappy Bird ein bockschweres Spiel für Zwischendurch. Wer es als zu schwer erachtet, sollte es einfach von seinem Gerät löschen, nicht mehr und nicht weniger.

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