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Was ist ein Haul? - ABC- der Bloggersprache

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:23
Ich habe geshoppt! - Ja? Was denn?

Ob Essen, Spiele- oder Filmehits, Make-Up, Drogerieprodukte und Mode - Alles wird vor die Kamera gehalten und darüber berichtet oder geschrieben. Besonders YouTube-Kanäle sowie Blogs, welche von Privatpersonen aktiv geführt werden, stellen immer mal wieder - inzwischen sogar sehr häufig - einen Haul online. Wer der Deutschen Sprache einigermaßen mächtig ist, wird feststellen, dass das Wort "Haul" bei uns überhaupt nicht exisiert. Der Trend liegt im Englischen. Doch was genau bedeutet das Wort "Haul" eigentlich und wie genau darf man sich die Umsetzung eines "Hauls" denn vorstellen?

  • Das Wort "Haul" stammt, wie oben bereits erwähnt, aus dem Englischen und heißt übersetzt soviel wie Raubzug, Beute oder Fang.
  • Damit ist keinesfalls gemeint, dass die Jagdsaison eröffnet ist und man mit seinem geschossenen Wild angeben will.
  • Ganz im Gegenteil: Es handelt sich bei sogenannten "Hauls" meist nicht um einst lebende Individuen. (Außer es handelt sich natürlich um Fleisch oder ähnliche Lebensmittel...)
  • Es geht dabei vielmehr um gekaufte Produkte in Läden aus den verschiedensten Bereichen. Meistens aber aus dem Bereich Drogerie, Mode sowie Make-Up.
  • Besonders verbreitet sind sogenannte "Hauls" auf der Videoplattform YouTube sowie auf Blogger-Seiten.

Was ist ein Haul - Die Bloggersprache

"Hauls" - Was steckt dahinter:

  1. Viele unter uns fragen sich sicher, was wir denn eigentlich davon haben, Leute auf YouTube zu beobachten oder Blogeinträge zu lesen. Der erste Punkt ist dabei, dass die verschiedensten Menschen sich gegenseitig aufmerksam auf Neues machen wollen. Dies gelingt besonders gut durch die großartig besuchte Videoplattform YouTube, denn hier kommen besonders viele Menschen täglich (!) zusammen. Ob Schnäppchen oder Flop, hier können Warnungen und Empfehlungen von allen aufgegriffen werden. Ich halte also beispielsweise mein favourisiertes oder eben gekauftes Produkt vor die Kamera und präsentiere jedem Einzelnen was es kann und warum ich es eigentlich kaufte und gebe somit vielen anderen den Ansporn sich ebenfalls diese Artikel zuzulegen.
  2. Dabei kann es sich um die verschiedensten Produkte handeln, die in die Kamera gehalten werden. Auf YouTube gibt es beispielsweise verschiedene Privatpersonen mit den unterschiedlichsten Interessen. Die einen mögen das Testen und Vorstellen von Make-Up Produkten, andere wiederum mögen es über Filme oder Games zu reden und diese gegebenfalls auch in einem sogenannten "Let's Play" Kanal vollständig mit den Zuschauern durchzuspielen. Und wieder andere kaufen sich Essen und sprechen dann häufig über deren eigenen (gesunden) Ernährungsstil und wollen somit interessierten Menschen Tipps zum Thema optimale Ernährung liefern. Beispielsweise testen Blogger sowie YouTuber häufig die Wirkung und Qualität der unterschiedlichsten Make-Up Produkte. Manchmal liefern diese auch einen Test ab, bei dem dann zum Beispiel sechs Lidschatten verschiedener Firmen auf deren Auftrag, Haltbarkeit sowie Deckkraft analysiert werden. Der Produktsieger wird dann natürlich den Zuschauern und Lesern weiterempfohlen.
  3. Vergessen darf man die Firmen dabei natürlich nicht. Wenn wir das Wort "Firma" hören, kann die Werbung nicht weit sein und genau so ist es: Verschiedene Firmen leben inzwischen von "Hauls". Konzerne suchen sich verschiedene YouTuber oder Blogger aus und schicken eine Anfrage, ob derjenige nicht Lust hätte, deren Produkte zu testen und bei Gefallen all seinen Zuschauern davon zu erzählen und die Produkte somit weiterzuempfehlen. Das dies positive Werbung ist, sollte inzwischen jeder begriffen haben. Gerade für Großkonzerne verschiedener Produkte ist der Trend der "Hauls" ein enormer Gewinn. Warum? - Ganz einfach, die Firmen können Privatpersonen benutzten, manchmal sogar erkaufen, um positive Werbung schalten zu können. Dann ist es nicht mehr erforderlich nur im Fernsehen gedrehte Werbespots zu zeigen. Das Vertrauen der Kunden steigt natürlich gleich viel mehr an, wenn eine angeblich neutrale Person für ein oder mehrere Produkte wirbt.
  4. Auch YouTube profitiert von diesem Konzept. Inzwischen ist es nicht mehr sonderlich schwer ein sogenannter "YouTube Partner" zu werden und jährlich rund 8000 Euro bei konstanter Zuschauerzahl zu verdienen. Firmen schalten Werbung und zahlen der Videoplattform dafür und jeder Klick auf ein Video bedeutet wiederum für YouTube selbst und natürlich den YouTube-Parnter einen hohen Gewinn.
  5. Mit den "Haul"-Videos und Blogeinträgen ist es nicht mehr sonderlich schwer den neusten Trends gerecht zu werden, denn wir kriegen sie ja quasi nahezu täglich präsentiert. Für absolute Trendsetter sind deswegen diese Art der Telekommunikation natürlich unabdingbare Alltagsbegleiter andere wiederum empfinden diese als nervtötend und zu aufdringlich. Ob die noch neuartigen "Hauls" eine Langzeitzukunft vor sich haben steht dabei noch in den Sternen.

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