Foto: asklubo / Gerd Weichhaus

Wie man einen Raspberry Pi für mehr Rechenleistung übertaktet

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Raspberry Pi lässt sich relativ einfach übertakten, um den Minirechner schneller zu machen.

Der Einplatinencomputer Raspberry Pi eignet sich für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche. Sehr praktisch ist beispielsweise sein Einsatz als Mediacenter oder kleiner Linux-Rechner. Leider ist es sehr häufig so, dass der eingebaute Prozessor sehr schnell an seine Grenzen stößt. Besonders gilt dies dann, wenn auf dem Raspberry Multimedia-Anwendungen laufen sollen. Man kann aber der eingebauten CPU etwas auf die Sprünge helfen, indem man den Prozessor übertaktet.

Foto: asklubo / Gerd Weichhaus

Bitte beachten

  • Standardmäßig läuft der Prozessor des Raspberry Pi mit einer Taktfrequenz von 700 MHz. Der Takt des internen Speichers beträgt 400 MHz. Je nach Grad der Leistungserhöhung kann es erforderlich werden, den Prozessor mit einem Kühlkörper zu versehen. 
  • Passende Kühlkörper für den Prozessor des Raspberry Pi bekommen Sie für wenig Geld bei zahlreichen Anbietern im Internet. 
  • Beachten Sie beim Übertakten auch, dass gegebenenfalls die Garantie des Minicomputers erlöschen kann. 
  • Wenn Sie den Raspberry in einem Gehäuse betreiben, achten Sie auf eine gute Belüftung.

Raspberry Pi zu mehr Leistung verhelfen

 

Tatsächlich gibt es unterschiedliche Wege, die Taktfrequenz sowie weitere Parameter zu verändern. Am einfachsten funktioniert dies über die Config-Datei, die sich auf der Speicherkarte mit dem installierten Betriebssystem befindet. Sie finden diese Datei direkt im Hauptverzeichnis der Speicherkarte.

 

Anleitung:

Öffnen Sie die Datei „config.txt“ mit einem Texteditor (entweder unter Windows oder unter Linux). An irgendeiner Stelle dieser Datei finden Sie die Einträge, wie sie im Bild markiert sind. Hier können Sie die Änderungen bezüglich der Taktfrequenz, der Speicherfrequenz sowie der erhöhten Prozessorspannung vornehmen.

 

 

In der nachfolgenden kleinen Liste finden Sie einige Beispieleinstellungen für unterschiedliche Grade der Leistungserhöhung. Tragen Sie die entsprechenden Werte einfach in die Config-Datei ein.

 

Wählen Sie dazu die Frequenzwerte und die Überspannungswerte entsprechend der Übertaktungsrate aus, die Sie bevorzugen. Selbstverständlich können Sie auch verschiedene Konfigurationen ausprobieren, indem Sie die entsprechenden Änderungen in der Config-Datei vornehmen und dann einen Probelauf des Minirechners starten.

 

  • Keine Übertaktung (Standardwerte): arm_freq=700, core_freq=250, sdram_freq=400, over_voltage=0
  • Leichte Leistungserhöhung: arm_freq=800, core_freq=300, sdram_freq=400, over_voltage=0
  • Mittlere Leistungserhöhung: arm_freq=900, core_freq=333, sdram_freq=450, over_voltage=2
  • Hohe Leistungssteigerung: arm_freq=950, core_freq=450, sdram_freq=450, over_voltage=6
  • Enorme Leistungssteigerung: arm_freq=1000, core_freq=500, sdram_freq=500, over_voltage=6

Den letzten Wert der Leistungssteigerung sollten Sie allerdings nicht weiter erhöhen. Haben Sie die entsprechenden Änderungen vorgenommen, speichern Sie die Datei auf der Karte ab. Danach können Sie die Speicherkarte in den Kartenleser des Raspberry Pi einsetzen und ihn starten.

 

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