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Letztes Update am 11.03.2015, 14:32
Home Office steigert die Arbeitsmoral der Arbeitnehmer und spart Unternehmern Geld.

Nur vier von hundert Ideen entstehen laut Finanzministerium am Büroschreibtisch. Flexiblere Arbeitszeiten sind – nicht zuletzt aufgrund der höheren Produktivität der Mitarbeiter – immer mehr gefragt.

 

Das ständige Läuten des Telefons, das Aufleuchten des Mailprogrammes oder Zwischenfragen eines Kollegen – im Büro gibt es viele Faktoren, die sich negativ auf Konzentration, Produktivität und gegebenenfalls auch auf die Kreativität auswirken können. Wie eine Studie der US-amerikanischen Stanford Universität in Kalifornien zeigt, steigert das Arbeiten von Zuhause aus die Schaffenskraft von Mitarbeitern sogar um satte 13 Prozent. Ein Umstand, den es sich lohnen würde auszunutzen, denn durch mangelnde Produktivität gehen Schätzungen zufolge alleine in Europa 314 Milliarden Euro verloren.

Verbesserungsbedarf in Praxis

Auch eine Umfrage von Deloitte zeigt, dass sich 77 Prozent der Österreicher wünschen, ihre Arbeitszeit selbstständig einzuteilen, die Hälfte würde die Arbeit gerne in den eigenen vier Wänden erledigen. Die Realität hinkt den Wünschen der Arbeitnehmer und den positiven Ergebnissen der Forschung in Punkto Home Office aber noch hinterher: Nur jeder Dritte österreichische Dienstnehmer kann an einzelnen Tagen mobil arbeiten, lediglich zwölf Prozent sind durchgehend zeitflexibel. „Man kann das nicht wie einen Schalter umlegen und flexible Arbeitsmodelle einführen“, erklärt Michael Bartz, Professor am Internationalen Management Center der Fachhochschule Krems. Seinen Einschätzungen nach würde ein derartiger Prozess zwei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Das virtuelle Arbeiten solle außerdem nur als Ergänzung zur physischen Anwesenheit gesehen werden, denn auch der persönliche Austausch unter Kollegen am Arbeitsplatz sei wertvoll für die Leistungen des Einzelnen.

Buchführung und Technik

„Schreiben sie alles so auf, wie es ist: Arbeitsphasen genauso wie die Pausen“, rät Sandra Micko, Human Resource Manager bei Microsoft Österreich, angesichts der strengen arbeitsrechtlichen Regelungen hierzulande allen Personen, die von Zuhause aus arbeiten. Dank modernster Technik und den neuesten Entwicklungen im IT-Bereich wird nicht nur dieser Prozess, sondern Home Office generell zusehends erleichtert: Mitarbeiter können heute beispielsweise durch smarte Speichersysteme im Netz jederzeit auf wichtige Informationen der Firma zugreifen. Die Entscheidung für diese Form des flexiblen Arbeitens verlangt laut Deloitte-Studienautorin Barbara Kellner einerseits eine vertrauensorientierte Unternehmensführung, andererseits werden die Angestellten mit mehr Eigenverantwortung betraut und die Work-Life-Balance verbessert.

Home Office zahlt sich also in vielerlei Hinsicht, vor allem aber aufgrund der gesteigerten Produktivität, aus. Angesichts der rasanten Entwicklungen im Digitalbereich werden diese Abläufe auch in Zukunft immer einfacher zu regeln sein.

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