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Aufbau eines Röhrenverstärkers? - Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Röhrenverstärker sind im Prinzip recht einfach aufgebaut und eignen sich gut für den Selbstbau.

Vor der Erfindung des Transistors stellten Elektronenröhren die einzige Möglichkeit dar, elektronische Signale zu verstärken. Auch die Wiedergabe des Radioempfangs über Lautsprecher war erstmals nach der Erfindung der Elektronenröhre möglich. Zwar haben heute Transistoren und integrierte Schaltungen die Elektronenröhre größtenteils verdrängt. Allerdings interessieren sich auch heute noch viele Hobbybastler für einfache Röhrenverstärker, die auch für den Selbstbau geeignet sind. Die Funktionsweise einer Elektronenröhre ist relativ einfach zu verstehen. Daher eignen sich Röhrenverstärker auch sehr gut, um erste Erfahrungen mit dem Bau von elektronischen Schaltungen mit Elektronenröhren zu sammeln.

Wichtige Hintergründe

  • Sehr einfach lassen sich Röhrenverstärker mit sogenannten Verbundröhren wie beispielsweise der ECL86 realisieren. Bei einer Verbundröhre handelt es sich praktisch um zwei unterschiedliche Röhrensysteme, die sich in einem einzigen "Gehäuse" befinden. Hier sind sozusagen zwei Elektronenröhren im Gehäuse einer enthalten.
  • Im Link finden Sie ein einfaches Schaltbild eines solchen Verstärkers mit der ECL86. Solche Verstärker wurden früher häufig in Fernsehgeräten oder anderen Geräten der Unterhaltungselektronik eingesetzt, da sie einfach aufgebaut waren und relativ günstig hergestellt werden konnten.
  • Die Endstufe des Röhrenverstärkers wurde mit dem Pentodenteil der ECL86 realisiert. Die Anode ist mit dem Ausgangsübertrager verbunden und steuert über diesen den Lautsprecher an.
  • Der andere Anschluss des Übertragers wird mit der Betriebsspannung verbunden. Angesteuert wird die Endstufe mit dem Gitter der Pentode. Der Eingang der Endstufe ist über einen Kondensator mit dem Ausgang des Triodenteils der ECL86 verbunden. Diese Triode arbeitet in dieser Schaltung als Vorstufe des Verstärkers.
  • Über einen Widerstand ist die Anode dieses Vorverstärkers ebenfalls mit der Betriebsspannung verbunden worden. Die Kathoden beider Röhrenschaltungen sind über Widerstände mit der Masse verbunden.
  • Am Eingang des Gitters der Triode wird das Eingangssignal für den Verstärker eingespeist. Hier kann ein zusätzlicher Lautstärkeregler eingesetzt werden. Im vorliegenden Schaltplan ist dieser bereits enthalten.
  • Mit etwas Übung können Sie ebenfalls eine solche Schaltung einfach herstellen. Natürlich können Sie dafür auch den vorliegenden Schaltplan verwenden. Allerdings sollten Sie beim Nachbau beachten, dass diese Verstärkerschaltungen häufig mit sehr hohen Betriebsspannungen arbeiten, die für den Menschen unter Umständen gefährlich werden können. Beachten Sie deshalb beim Aufbau und Betrieb der Schaltung unbedingt die einschlägigen Sicherheitsvorkehrungen.
  • Prinzipiell sind fast alle Röhrenverstärker ähnlich aufgebaut wie die vorliegende Schaltung. Der Vorteil beim Aufbau von Verstärkern mit Röhren ist der, dass Sie bereits mit einer oder zwei Elektronenröhren Signale sehr stark verstärken können.
  • Für Röhrenverstärker sind meistens weniger Verstärkerstufen erforderlich als für vergleichbare Verstärker, die mit Transistoren aufgebaut werden. Außerdem besitzen solche Röhrenverstärker einen sehr angenehmen Klang.

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