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Der Bildstabilisator: Warum diese Funktion so hilfreich ist

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Bildstabilisatoren können hier weiterhelfen, sie stabilisieren Kamera und Objektiv und verringern dadurch die Häufigkeit von verzerrten und unscharfen Aufna

Vom Profi bis zum Hobbyfotografen - alle kennen das leidige Problem von verzerrten und unscharfen Bildern in der Fototechnik. Für das Fotografieren - mit welchem Kamera-Typ auch immer - braucht man vor allem ein ruhiges Händchen, doch auch der professionellste Fotograf kann bei schlechten Lichtverhältnissen nicht garantieren, dass das Bild am Ende eine scharfe und gute Qualität hat. Fotografie-Interessierte aber auch Profis behelfen sich hierfür normalerweise eines Stativs, wenn es darum geht, bei schlechen Lichtverhältnissen und langen Belichtungszeiten einen guten Shot einzufangen. Doch wenn man das Stativ einmal nicht dabei hat, was dann? Bildstabilisatoren können hier weiterhelfen, sie stabilisieren Kamera und Objektiv und verringern dadurch deutlich die Häufigkeit von verzerrten und unscharfen Aufnahmen.

Verwacklungsfreie Bilder - Richtwertvergleich der Belichtungszeit

Spielraum der Belichtungszeit für scharfe Aufnahmen:

  • Brennweite: 35 mm - Belichtungszeit max. 1/35 Sek.
  • Brennweite: 105 mm - Belichtungszeit max. 1/105 Sek.
  • Brennweite: 270 mm - Belichtungszeit max. 1/270 Sek.

Mit einem Bildstabilisator gewinnt man bis zu 2 Blendenstufen:

  • Brennweite: 35 mm - Belichtungszeit max. 1/8 Sek.
  • Brennweite: 105 mm - Belichtungszeit max. 1/26 Sek.
  • Brennweite: 270 mm - Belichtungszeit max. 1/68 Sek.

Factbox

  • Richtwert für verwacklungsfreie Bilder: Belichtungszeit = Kehrwert der verwendeten Brennweite
  • Mit Bildstabilisatoren gewinnt der Fotograf bis zu 2 Blendenstufen
  • Vor allem beim Fotografieren mit Zoom-Objektiven ist der Einsatz von Bildstabilisatoren von Vorteil
  • 3 verschiedene Typen von Bildstabilisatoren: integriert ins Objektiv, in die Kamera oder digital

Optische Bildstabilisierung

Beim Fotografieren geht es darum möglichst wirklichkeitsnahe, wertvolle Momente einzufangen und in Form eines Bildes für immer zu verewigen. Doch es kommt nicht nur beim Laienfotografen das öfteren vor, dass man diese schönen Momente nicht verstreichen lassen möchte - ein Foto davon macht - und letztendlich dieses dann unscharf und verzerrt ist. Schnelle Abhilfe in solchen Situationen können Stative gewährleisten, doch hat man diese nicht immer und überall auch dabei. Hier kann der Bildstabilisator effektiv weiterhelfen! Grundsätzlich gilt in der Fototechnik: je stärker man beim Fotografieren zoomt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das man ein unscharfes und verzerrtes Bild herausbekommt. Man kann sich an die Regel halten, dass die Belichtungszeit den Kehrwert der Brennweite nicht überschreiten sollte.

 

Richtwertvergleich:

Aus dem oben angeführten Richtwertvergleich der Belichtungszeiten geht hervor, dass mit hohen Brennweiten nur am Tag, bei sehr guten Lichtverhältnissen, unverzerrte Bilder geschossen werden können. Mit Hilfe von Bildstabilisatoren können beim Fotografieren bis zu 2 Blendenstufen gewonnen werden (ebenfalls im Richtwertvergleich ersichtlich).

 

Fotografieren mit Zoom-Objektiv:

Fotografiert man mit Zoom-Objektiven ist der Einsatz eines Bildstabilisators von großem Vorteil. Ausnahme sind dabei aber kurze Brennweiten bis zu 50 mm! Der Einsatz eines Bildstabilisators macht jedoch nur beim Fotografieren von unbewegten Objekten Sinn.

 

Unterschiedliche Bildstabilisatorentypen: 3 Varianten

Meistens ist der optische Bildstabilisator in das Objektiv integriert. Im Objektiv werden dabei die Linsen in Schwingung versetzt und gleichen das Ungleichgewicht aus, sobald das Gerät bewegt wird. Bei dieser Variante muss der Bildstabilisator jedoch beim Kauf eines neuen Objektivs, immer wieder neu mitgekauft werden. Den ersten optischen Bildstabilisator im Objektiv hat die Firma Canon Anfang der Neunziger-Jahre entwickelt.

Die zweite Variante ist der mechanische Bildstabilisator, der in der Kamera sitzt. Bei diesem werden nicht die Linsen in Schwingung gebracht, sondern der Kamera Sensor. Hierdurch können Objektive ohne Probleme verwendet werden und der Bildstabilisator muss nicht jedesmal neu zugekauft werden.

Die dritte Variante ist der digitale Bildstabilisator. Hier handelt es sich jedoch nur um eine Behelfsvariante, d.h. je schlechter das Lichtverhältnis desto mehr wird der ISO-Wert erhöht, mit dem Ziel die Belichtungszeiten zu verkürzen und Verzerrungen zu minimieren. Ein Nebeneffekt des erhöhten ISO-Wertes ist dabei aber ein höheres Bildrauschen und somit findet diese Variante eher weniger Anwendung in der Praxis!

 

Pro und Contra:

Welche Variante tatsächlich die bessere ist, kann nicht eindeutig geklärt werden und die Entscheidung bleibt den Vorlieben des Käufers überlassen. Für einen Bildstabilisator integriert in den Kamera-Corpus sprechen vor allem die Ausgaben, die man sich erspart, da es eine einmalige Anschaffung ist. Jedoch wird in Fachkreisen oftmals betont, dass der Bildstabilisator am Objektiv den besten Effekt liefert und somit immer dort angebracht sein sollte, was jedoch langfristig zu höheren Anschaffungskosten führt. Der Bildstabilisator kann hierbei jedoch individuell an das jeweilige Objektiv angepasst werden.

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