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Fotografie: Wie wird der Nodalpunkt ermittelt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Der Begriff Nodalpunkt kommt aus der Panoramafotografie.

Wenn Du aus Einzelbildern ein stimmiges Panoramabild zusammensetzen willst, muss die Drehachse Deiner Kamera so eingestellt werden, dass die Kamera zwischen den Aufnahmen um das Zentrum der Eintrittspupille als Drehpunkt geschwenkt wird. In der Panoramafotografie wird dieses Zentrum der Eintrittspupille häufig als „Nodalpunkt“ bezeichnet, auch wenn diese Bezeichnung physikalisch nicht korrekt ist. Wird die Kamera nicht um den richtigen Drehpunkt geschwenkt, entstehen beim späteren Zusammensetzen der Bilder sogenannte Geisterbilder, bei denen Objekte aus dem Vordergrund gegenüber dem Hintergrund verschoben oder sogar mehrfach erscheinen.

  • Der Nodalpunkt ist für jede Kamera und jedes Objektiv verschieden.
  • Auch das Verändern der Focussierungseinstellung oder der Blende kann den Nodalpunkt verschieben.
  • Wenn Du für eine geplante Aufnahme den Nodalpunkt ermitteln willst, solltest Du daher Deine Kamera auf die für die Aufnahme nötigen Werte einstellen und diese anschließend so wenig wie möglich verändern.

  • Um den Nodalpunkt zu ermitteln, brauchst Du einen Einstellschlitten beziehungsweise einen Nodalpunkt-Adapter, welcher zwischen Stativ und Kamera angebracht wird. Solche Adapter sind im Fachhandel erhältlich.
  • Darüber hinaus benötigst Du eine Aufsteck-Wasserwaage für Deinen Fotoapparat, ein Stativ und etwas zum Schreiben. Außerdem brauchst Du eine geeignete Umgebung: Um den Nodalpunkt zu ermitteln, muss sich in Deinem Blickfeld sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund je eine vertikale Struktur befinden.
  • Dies können zum Beispiel ein Zaunpfosten und ein Gebäude sein.

Der Nodalpunkt

  1. Montiere den Nodalpunkt-Adapter auf Deinem Stativ und richte den Panoramakopf exakt horizontal aus. Befestige nun die Kamera am Adapter und richte sie mit Hilfe der Wasserwaage so aus, dass die Linse senkrecht nach unten zeigt. Auf dem horizontalen Arm des Adapters ist die Drehachse markiert. Verschiebe die Kamera so lange, bis dieses Markierung sich exakt im mittleren Autofocus des Suchers befindet. Wenn Du das Kreuz im Sucher nicht erkennen kannst, verschiebe die Kamera nach oben oder unten. Notiere Dir diesen Wert. 
  2. Diese vertikale Ausrichtung bleibt unabhängig vom verwendeten Objektiv immer gleich. Einmal ermittelt, kannst Du diesen Wert also problemlos für alle weiteren Aufnahmen mit der gleichen Kamera verwenden.
  3. Für die zweite Achse richte die Kamera nun waagerecht aus. Positioniere die Kamera so, dass die beiden gewählten horizontalen Strukturen im Vorder- und Hintergrund miteinander deckungsgleich sind. Jetzt schwenke die Kamera. Verstelle den Adapter so lange, bis es beim Schwenken zwischen den beiden horizontalen Strukturen zu keiner Verschiebung mehr kommt.
  4. Notiere Dir auch diesen Wert. Dieser horizontale Wert verändert sich mit dem gewählten Objektiv, der Focussierung und der Blendeneinstellung, daher solltest Du auch diese Angaben aufschreiben.
  5. Damit hast Du Deine Kamera korrekt ausgerichtet. Los geht’s mit den Panoramafotos!

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