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Funktion einer Funkuhr? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Die Funkuhr empfängt Zeitsignale einer Atomuhr. Doch wie funktioniert sie eigentlich?

In Mainflingen bei Frankfurt am Main befindet sich ein Langwellensender, der die genaue Uhrzeit über Langwelle aussendet. Funkuhren besitzen einen eingebauten Empfänger, der genau diese Zeitsignale empfängt und auf einem Display anzeigt oder ein mechanisches Uhrwerk steuert. Darüber hinaus besitzt eine Funkuhr auch ein eingebautes Quarz-Uhrwerk. Prinzipiell ist es so, dass dieses Quarz-Uhrwerk die Funkuhr in der Regel betreibt. In regelmäßigen Abständen werden die Zeitsignale über einen in der Funkuhr eingebauten Landwellenempfänger empfangen und mithilfe dieser Zeitsignale wird die Ganggenauigkeit des eingebauten Uhrwerks korrigiert. Dadurch zeigt eine Funkuhr immer die genaue und aktuelle Zeit an.

Einige Hintergrundinformationen

  • Der Empfänger in einer Funkuhr besteht aus einer Ferritstabantenne mit einem angelöteten Kondensator. Diese beiden Bauteile stellen den Schwingkreis des Langwellenempfängers dar.
  • Über eine spezielle integrierte Schaltung (IC) wird das empfangene Zeitsignal des Schwingkreises decodiert und an eine zweite integrierte Schaltung abgegeben, die einer herkömmlichen Uhrenelektronik in Quarzuhren ähnlich ist.
  • Diese Elektronik ist es übrigens auch, die das Uhrwerk in den Empfangspausen zwischen der Synchronisierung der Zeitsignale in Gang hält.
  • Die Ferritantenne funktioniert ähnlich wie eine Richtantenne und ist in der Regel horizontal in der Funkuhr eingebaut. Die Funkuhr sollte mit der eingebauten Antenne im Idealfall quer zur Richtung des Senders ausgerichtet werden, um einen optimalen Empfang zu ermöglichen. In der Praxis ist dies jedoch nur selten möglich.
  • Viele Funkuhren werden mit Batterien betrieben. Aus diesem Grunde erfolgt ein Abgleich über die Funkelektronik nur in größeren zeitlichen Abständen, da sonst der Stromverbrauch einer Funkuhr wesentlich höher wäre.
  • Die Vorteile einer Funkuhr liegen auf der Hand: Sie bietet immer eine korrekte Zeitanzeige und muss nicht eingestellt oder nachgestellt werden.
  • Auch das lästige Umstellen von der Sommerzeit auf die Winterzeit oder umgekehrt kann bei einer Funkuhr entfallen.
  • Allerdings lassen sich nur wenige Funkuhren auch von Hand einstellen, falls einmal kein Empfang möglich ist. Kann das Zeitsignal aus irgendeinem Grund nicht empfangen werden, ist es nicht möglich, eine Funkuhr zu betreiben.
  • Leider ist es auch so, dass Funkuhren relativ anfällig für Störsignale sind. Viele elektronische Geräte können den Empfang einer Funkuhr empfindlich stören.
  • Auch der Empfang des Zeitsignals in Gebäuden, in denen Stahlbeton verwendet wurde, ist unter Umständen schwierig. Hier kann es beispielsweise vorkommen, dass der Empfang des Zeitsignals nur in der Nähe von Fenstern möglich ist.
  • Funkuhren gibt es heute in sehr vielen unterschiedlichen Formen. Am häufigsten verwendet werden sogenannte Funkwecker, die über ein eingebautes LCD-Display verfügen und in der Regel mit einer Mignonbatterie betrieben werden.
  • Die Empfänger einer Funkuhr können aber auch extrem klein aufgebaut sein, wodurch auch der Einsatz in Armbanduhr kein Problem mehr darstellt.
  • Die ersten Armbanduhren dieser Art hatten meist die Antenne ins Armband eingearbeitet, was allerdings häufig zu Kontaktschwierigkeiten zwischen Armband und Uhrengehäuse führte.
  • Heute werden in der Regel kleine Antennen direkt im Uhrengehäuse eingebaut.

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