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HDR Fotos machen - Wie fotografiert man diese speziellen Fotos?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
High Dynamic Range - kurz HDR, bezeichnet ein spezielles Aufnahmeverfahren, bei dem eine Belichtungsreihe eingesetzt wird, um große Lichtunterschiede in ein

High Dynamic Range - kurz HDR, bezeichnet ein spezielles Aufnahmeverfahren, bei dem eine Belichtungsreihe eingesetzt wird, um große Lichtunterschiede in einer Fotografie korrekt abbilden zu können. Dabei kann man das Verfahren so einsetzen, dass ein Bild entsteht, welches wie gemalt aussieht. Oder man verwendet es als realistisches Stilmittel, um hohe Kontraste innerhalb eines Fotos einzufangen.

Factbox

  • Fotos mit hohem dynamischem Umfang besitzen eine besondere Aussagekraft.
  • Das menschliche Auge besitzt einen Kontrastumfang, der viel höher ist als der von modernen Digitalkameras.
  • Kontrastumfänge werden in Blendenstufen angegeben - Spiegelreflexkameras besitzen etwa 12, das menschliche Auge 18.
  • Ein "Missbrauch" des Zusammensetzungsalgorithmus kann zu interessanten Effekten führen.

Kameras haben einen begrenzten Dynamikumfang

Herkömmliche Digitalkameras besitzen einen nur begrenzten Dynamikumfang. Damit wird die Spannbreite vom dunkelsten und hellsten Bildteil bezeichnet. Fotografiert man beispielsweise ein Motiv im Schatten, während ringsum hellstes Sonnenlicht vorhanden ist, dann kann die Kamera sich nur auf eine Belichtung konzentrieren - die hellere oder die dunklere. Das ist der Grund, weshalb Blitze auch bei Tageslicht benutzt werden. Dadurch kann gleichzeitig ein dunkles Gesicht und die helle Umgebung auf einem Foto abgebildet werden.

High Dynamic Range Funktionen bieten eine Lösung

High Dynamic Range Funktionen heben die Limitierung der Spannbreite auf, indem sie eine Belichtungsreihe für ein Motiv erstellen. So werden typischerweise drei verschieden belichtete Fotos vom selben Motiv, kurz hintereinander aufgenommen und in der Kamera zu einem Foto verarbeitet. Dabei entsteht ein Bild mit sowohl sehr dunklen, detailierten Bereichen, als auch hellen, gut erkennbaren Abschnitten. Somit wird der Eindruck einer sehr lebensechten Aufnahme geweckt. Lebensecht daher, da das menschliche Auge einen sehr hohen Dynamikumfang besitzt und HDR-Fotos somit natürlich wirken.

Das richtige Motiv gibt den Ausschlag

HDR-Fotos eines ebenmäßig belichteten Raumes ergeben wenig Sinn, da geringe Helligkeitsunterschiede auch ohne HDR naturgetreu wiedergegeben werden können. Für gelungene Fotografien sollte man sich somit also Motive mit hohen Helligkeitskontrasten suchen. Idealerweise lässt sich diese Methode testen, indem Fotos aus einem Fenster geschossen werden und dabei Teile des Innenraumes sichtbar sind. Geachtet werden sollte bei der Funktionseinstellung in der Digitalkamera darauf, wieviele Bilder in der Belichtungsreihe geschossen werden. Für starke Kontraste sollten mehrere Belichtungen gewählt werden (bis zu fünf sind plausibel).

Tonemapping und co.

Der Algorithmus für die Zusammensetzung von HDR Bildern wird Tonemapping genannt. Moderne Kameras besitzen gute Tonemapping-Algorithmen bei denen Artefakte ausgeschlossen werden. Hat man jedoch die Kontrolle über die genauen Parameter, dann kann man den Algorithmus dazu verwenden, künstlerische Effekte wie übersättigte Farben oder lichtkranzartige Helligkeitsfehler zu erzeugen. Ob Fotos mit hohem Dynamikumfang nun als künstlerische Verzerrung oder realistisches Abbildungsmittel benutzt werden liegt ganz im Ermessen des Fotografen.

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