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ISO Wert: Was ist der ISO Faktor und wie nutzt man ihn richtig?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Der ISO-Wert ist neben Blende und Verschlusszeit, eine der drei Hauptkomponenten in der Fotografie.
Er gibt in der digitalen Fotografie die Lichtempfindlichkeit des Sensors an, sodass bei hohen ISO-Werten entsprechend kürzer belichtet oder die Blende geschlossen werden kann. Voraussetzung hierbei sind aber immer entsprechende Lichtverhältnisse sowie einige Qualitätskriterien.

Factbox

  • Der ISO-Wert entspricht in der digitalen Fotografie dem ASA-Wert eines Filmes
  • Die Bildqualität nimmt durch Rauschen bei einem hohen ISO-Wert ab
  • Bei Hitze nimmt das Rauschen stark zu, bei Kälte ab
  • Der ISO-Wert kann vor jedem Foto individuell verändert werden

Die Lichtempfindlichkeit des Sensors

Bereits vor Entwicklung der digitalen Fotografie hatte der ISO-Wert einen eigenen Platz innerhalb der analogen Fototechnik. Als es noch keine digitalen Sensoren, sondern lediglich Filme gab, verfügten diese damals wie heute über den sogenannten ASA-Wert. Hierbei handelt es sich um die Lichtempfindlichkeit des Films. Je höher die Lichtempfindlichkeit ist, desto kürzer kann man belichten und weiter abblenden, ohne dass der Film unterbelichtet wird. Bei Filmen ist der ASA-Wert ein fester Wert, das heißt, einmal eingelegt muss man Blende und Verschlusszeit immer an diesen Wert angleichen. Anders verhält es sich in der digitalen Fotografie, wo mit einem ISO-Wert gearbeitet wird, der jederzeit an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden kann. In der digitalen Fotografie arbeitet man außerdem mit einem Sensor, anstelle eines Filmes, sodass man hierbei nicht von der Lichtempfindlichkeit des Filmes, sondern der des Sensors spricht.

Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera

Die Spitzenwerte des ISO Faktors variieren je nach Kameramodell und Hersteller. Grundlegend gleich sind allerdings die Schritte, in denen sich der ISO Faktor erhöht. Der niedrigste Wert liegt bei 100 und wird mit den Werten 200, 400, 800, 1600, 3200 und 6400 fortgesetzt. Schnell wird deutlich, dass sich der Faktor stets verdoppelt, bis das jeweilige Maximum eines Kameramodells erreicht ist. Hierbei können die Spitzenwerte durchaus bei 12800 oder gar 25600 liegen, wobei letztere Werte eher für besonders extreme Lichtsitutationen geeignet sind, in denen man einen Qualitätsverlust in Kauf nimmt, da keine Lichtquelle hinzugezogen werden kann.

Der passende ISO Wert in verschiedenen Situationen

Welcher ISO-Wert wann passend ist, hängt nicht nur von der jeweiligen Lichtsitutation, sondern auch von den Absichten des Fotografens ab. Allerdings gibt es trotzdem Richtwerte, die angeben, in welchen Lichtsituationen welcher ISO-Faktor geeignet ist. Ein Wert zwischen 100 und 200 ISO ist ideal, um bei strahlendem Sonnenschein ohne Wolkendecke zu fotografieren. Wenn der Himmel allerdings bedeckt ist oder die Sonne bereits im Begriff ist unterzugehen, sind Werte zwischen 400 und 800 ISO empfehlenswert. Werte über 800 ISO sind vonnöten, wenn nachts oder in dunklen Innenräumen fotografiert wird.

Qualitätsverlust durch hohe ISO Werte

Man könnte meinen, dass die höhere Lichtempfindlichkeit nur Vorteile bringt, da man unter Umständen auf einen zusätzlichen Blitz oder eine andere Lichtquelle verzichten kann. In der Praxis ist es allerdings so, dass es zu den bereits zuvor erwähnten Qualitätseinbußen kommen kann. Mit steigender Lichtempfindlichkeit nimmt auch das Rauschen zu. Dadurch bedingt nimmt die Bildqualität stark ab, da die Fotos damit einhergehend unscharf wirken. Somit sollte der ISO Wert, wenn möglich, immer möglichst gering gehalten werden. Die genannten Richtwerte geben einen Aufschluss über geeignete ISO Faktoren, die eingehalten werden sollten.

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