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Röhrenradion selber reparieren? - So geht´s

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Röhrenradios sind für viele Menschen Liebhaberobjekte. Doch wie kann man diese reparieren?

Alte Röhrenradios erfreuen sich unter Sammlern und Liebhabern größter Beliebtheit. Doch nicht nur die klassische Optik solcher Geräte ist vielen Besitzern wichtig, sondern auch die korrekte Funktion. Bei Letzterer allerdings scheitern viele Menschen wegen mangelnder Fachkenntnis an dieser alten Technik. Vor allem bei Vintage-Geräten der Unterhaltungselektronik gibt es während der Reparatur einige Dinge zu beachten.

  • Alte Radiogeräte mit Röhrentechnik arbeiten in der Regel mit sehr hohen Spannungen, von denen eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.
  • Gehen Sie deshalb bei der Reparatur äußerst vorsichtig vor und reparieren Sie diese Geräte nur dann, wenn sie mit den einschlägigen Sicherheitsvorkehrungen der Elektrotechnik und Elektronik vertraut sind.
  • Zudem kann es vorkommen, dass bestimmte Geräte an metallenen Teilen im Innern direkt mit der Netzspannung verbunden sind. Vermeiden Sie deshalb unbedingt das Berühren des Geräteinneren während des Betriebs.

Wichtige Tipps zur Eigenbau-Reperatur

  • Bevor Sie das Gerät mit der Netzspannung verbinden, sollten Sie unbedingt das Innere des Gerätes einer gründlichen Sichtprüfung unterziehen. Achten Sie bei dieser besonders darauf, dass keine Beschädigungen zu erkennen sind und alle Bauteile (vor allem die Elektronenröhren) komplett vorhanden sind.
  • Reinigen Sie das Gerät auch innen vor der Inbetriebnahme gründlich. Gehen Sie dabei aber äußerst vorsichtig vor, um die empfindliche Technik durch die Reinigung nicht zu beschädigen. Hilfreich beim Reinigen ist ein kleiner Pinsel und ein Staubsauger.
  • Ist das Gerät in originalem und unverbautem Zustand, können Sie möglicherweise jetzt schon eine erste Inbetriebnahme in Erwägung ziehen. Praktisch ist es hierbei, wenn Sie einen sogenannten Regeltransformator verwenden können.
  • Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die Betriebsspannung des Gerätes langsam hochzufahren. Auf diese Weise können sich die Bauteile im Radio sozusagen wieder langsam an den Betrieb "gewöhnen".
  • Egal, ob Sie einen Trafo verwenden oder nicht, sollten Sie das Gerät zunächst einmal nur etwa eine halbe Minute bis Minute in Betrieb nehmen. Beobachten Sie das Gerät währenddessen sorgfältig. Gibt das Gerät beispielsweise Rauchzeichen von sich, sollten Sie es sofort wieder vom Strom trennen und nachsehen, welches Bauteil betroffen ist und dieses austauschen.
  • War der erste Probelauf erfolgreich, indem keine offensichtlichen Fehler auftraten, so können Sie das Gerät ein weiteres Mal einschalten. Bedenken Sie hierbei, dass es unter Umständen eine Weile dauern kann, bis der erste Ton aus dem Lautsprecher ertönt.
  • Beobachten Sie auch während des zweiten Probelaufs das Innere des Gerätes. Grundsätzlich sollten Sie alte Röhrenradios nicht unbeaufsichtigt spielen lassen.
  • Die meisten Fehler bei defekten Röhrenradios beruhen auf defekten Kondensatoren oder defekten Elektronenröhren. Geeignete Bauteile bekommen Sie auch heute meistens noch im Elektronikfachhandel. Vor allem die braunen WIMA-Kondensatoren, die früher häufig in den Geräten verbaut wurden, sollten Sie nach Möglichkeit komplett auswechseln. Erstens sind diese Bauteile meistens ohnehin defekt und zweitens sollte hier ein Austausch schon allein aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall erfolgen.
  • Haben Sie auf jeden Fall bei einer solchen Reparatur etwas Geduld. Nach einer erfolgreichen Inbetriebnahme und Reparatur werden Sie sicherlich an Ihrem Sammlerstück noch viel Freude haben.

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