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Warum dreht sich der Videokopf in Videorekordern?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Videoköpfe in Rekordern drehen sich. Doch warum ist das eigentlich so?

Wer schon einmal ein geöffnetes Videogerät während des Betriebs gesehen hat, wird sich möglicherweise fragen, warum sich der Videokopf darin eigentlich während des Betriebs dreht. Im Gegensatz zu normalen Tonbandgeräten ist dies jedoch notwendig, da die Aufzeichnung von Videosignalen auf ein Magnetband einen wesentlich höheren Frequenzumfang erfordert als die Tonaufzeichnung bei einem gewöhnlichen Tonbandgerät oder Kassettenrekorder.

  • Wenn Sie einen Videorekorder im geöffneten Zustand in Betrieb nehmen, so sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht mit spannungsführenden Teilen im Inneren in Berührung kommen, da Sie sonst einen Stromschlag bekommen könnten.
  • Berühren Sie nach Möglichkeit auch nicht den Videokopf des Gerätes, da bereits kleinste Verschmutzungen den Kopf beschädigen oder für eine Bildstörung sorgen könnten.

Der Videokopf bei Videorekordern

  • Um die Notwendigkeit einer sich drehenden Kopftrommel erklären zu können, muss an dieser Stelle erst einmal die magnetische Aufzeichnung von elektronischen Signalen erklärt werden.
  • Bei einem Tonbandgerät beispielsweise läuft das Tonband mit einer bestimmten Geschwindigkeit (in der Regel 9,5 oder 19 Zentimeter pro Sekunde) am Tonkopf vorbei.
  • Bei dieser Bandgeschwindigkeit werden dann Tonsignale im hörbaren Frequenzbereich (etwa 20 Hz bis ca. 16 kHz) auf das Band aufgezeichnet.
  • Videosignale jedoch erfordern eine wesentlich höhere Frequenz (im Megahertzbereich). Um solche Signale auf ein Magnetband aufzeichnen zu können, ist eine wesentlich höhere Bandgeschwindigkeit erforderlich.
  • Da jedoch durch die erforderliche hohe Bandgeschwindigkeit (mehrere Meter pro Sekunde) die Mechanik des Gerätes stark beansprucht würde und die Spielzeit bzw. der Verbrauch an Bandmaterial nicht mehr akzeptabel wären, musste man sich für die Videoaufzeichnung eine andere Lösung einfallen lassen.
  • Diese ist die Drehung des Videokopfes. Durch eine Drehzahl von mehreren hundert Umdrehungen pro Minute wird hier die erforderliche Geschwindigkeit erreicht, mit der wiederum der erforderliche Frequenzbereich ermöglicht wird. Der einzige Unterschied ist der, dass sich das Band nach wie vor mit einer relativ geringen Geschwindigkeit bewegt (wodurch der Bandverbrauch sich in Grenzen hält), während die sich drehende Kopftrommel für die notwendige Geschwindigkeit sorgt.
  • Der Videokopf ist meistens im Videogerät etwas schräg angeordnet. Dadurch werden die Videospuren nebeneinander schräg auf das Band aufgezeichnet. Daher wird diese Art der Aufzeichnung auch häufig als Schrägspuraufzeichnung bezeichnet.
  • Haben Sie schon einmal einen geöffneten Videorekorder in Betrieb gesehen, so werden Sie möglicherweise festgestellt haben, dass die Geschwindigkeit des Bandtransportes hier äußerst gering ist. Dies hat zur Folge, dass die Aufzeichnungen auf den Videoband sehr dicht beieinander liegen. Ermöglicht wird dies durch die dichte Beschichtung des Videobandes.
  • Während bei früheren Videogeräten die Tonaufzeichnung auf einer extra Spur des Videobandes erfolgte (durch einen separaten Tonkopf), wird bei moderneren Geräten (Videorekordern mit HiFi-Ton) in der Regel auch der Ton zusammen mit dem Videosignal über die Kopftrommel auf das Band aufgezeichnet.
  • Allerdings erfolgt hier in der Regel parallel dazu noch eine Aufzeichnung des Tons über einen separaten Tonkopf (wegen der Kompatibilität zu älteren Geräten).

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