Foto: Shutterstock.com

Wie arbeitet man sicher mit Elektrizität?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Arbeiten an Anlagen, die unter Spannung stehen, sind generell zu unterlassen!

Elektrische Geräte aller Art sind aus unserem modernen Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Täglich kommen neue Geräte hinzu und in Zukunft wird der Energiebedarf weiter ansteigen. Für den Betrieb dieser Geräte wird elektrischer Strom benötigt. Ist ein Gerät einmal defekt oder werden Arbeiten notwendig, die an elektrischen Anlagen vorgenommen werden müssen, so sollte hierfür normalerweise ein Fachmann zu Hilfe geholt werden. In Zeiten knapper Kassen können sich jedoch viele Leute ganz einfach keinen Reparaturservice mehr leisten. Sie sind auf Eigeninitiative angewiesen und bei Beachtung gewisser Regeln, können Arbeiten an elektrischen Anlagen auch selbst durchgeführt werden.

Um sicher arbeiten zu können, muss man zunächst verstehen, was Elektrizität eigentlich ist. Wer dies verstanden hat, kann viele Zusammenhänge erkennen und seine Arbeitsweise in die richtige Richtung lenken.

Was ist Strom?
Unter Strom versteht man das Fließen von Ladungsträgern in einem vornehmlich metallischen Leiter. Damit der Strom fließen kann, muss ein Spannungsgefälle zwischen Plus und Minus erzeugt werden; dies ist die sog. elektrische Spannung. Je größer das Spannungsgefälle, also die elektrische Spannung, desto größer ist der mögliche Strom, der fließen kann. Der Strom ist vergleichbar mit dem Druck in einem Wasserschlauch; je mehr Wasser durch den Schlauch fließt desto höher der Druck.

Warum fließt ein Strom?
Die Ladungsträger bewegen sich stets vom Ort des Elektronenüberschusses zum Ort des Elektronenmangels. Also immer von Minus nach Plus. Sie sind stets bestrebt, einen Ladungsausgleich herzustellen. Ist ein Ausgleich erreicht, fließt kein Strom mehr und eine Batterie oder ein Akku ist dann erschöpft, weil sich keine Spannung mehr darin befindet.

  • Es ist von Vorteil, wenn alle Angehörigen über Arbeiten dieser Art informiert werden. Es besteht dann weniger Gefahr, dass eine Sicherung unwissentlich wieder aktiviert wird.
  • Arbeiten an Anlagen, die unter Spannung stehen, sind generell zu unterlassen!

  1. Ganz egal, ob es sich um Niedervolt- oder Hochvolt-Anlagen handelt, ob es ein Gleich- oder Wechselstromkreis ist, stets ist das Gerät oder die Anlage spannungsfrei zu schalten. Dies kann durch Entfernung der Hauptsicherung oder durch Abklemmen der Spannungsquelle (Akku oder Batterie) geschehen.
  2. Nach dem Abklemmen ist zu überprüfen, ob der Stromkreis tatsächlich spannungsfrei ist. Mitunter kann es geschehen, dass die falsche Sicherung herausgedreht bzw. deaktiviert wurde. Die Überprüfung kann mit einem Spannungsprüfer oder auch mit einem Phasenprüfer geschehen. 
  3. Erst wenn zweifelsfrei feststeht, dass keine Spannung anliegt, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Ein Schutz gegen versehentliches Wiedereinschalten kann unter Umständen sinnvoll sein (mechanische Sperre oder Ausbau der Sicherung).

Kommentare