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Wie funktioniert eine Bildröhre? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:04
Lange Zeit war die Bildröhre das wichtigste Bauteil in jedem Fernsehgerät.

Bis vor einigen Jahren war eine Bildröhre in jedem Fernsehgerät und in jedem Monitor zur Darstellung des Bildes auf dem Bildschirm vorhanden. Auch heute noch sind sehr viele Fernsehgeräte und Monitore im Einsatz, welche eine Bildröhre enthalten. Die ersten Bildröhren konnten nur Bilder in Schwarz-weiß darstellen. Erst in den 1960er Jahren gab es in Deutschland die ersten Geräte mit einer Farbbildröhre. Doch wie funktioniert eine solche Bildröhre eigentlich genau?

Die Bildröhre wird auch häufig als Braunsche Röhre bezeichnet. Diese Bezeichnung geht auf den Erfinder der Bildröhre gleichen Namens zurück.

  1. Eine Bildröhre besteht aus einem Röhrenhals, einem konischen Teil sowie natürlich dem Bildschirm. Im Röhrenhals sitzt ein Glühfaden, welcher durch eine elektrische Spannung erhitzt wird, die sogenannte Katode.
  2. Eine glühende Katode sendet winzigste Elektronen aus. Diesen Effekt bezeichnet man als Elektronenemission.
  3. In einem anderen Teil der Bildröhre sitzt eine positiv aufgeladene Elektrode, die sogenannte Anode. Durch die positive elektrische Ladung dieser werden die Elektronen angezogen und beschleunigt, bis diese schließlich auf den Bildschirm "landen".
  4. Durch die spezielle Beschichtung auf der Innenseite des Bildschirms entsteht durch die auftreffenden Elektronen auf dieser Leuchtschicht Licht, welches von außen auf dem Bildschirm sichtbar ist.
  5. Die Stärke der Elektronenemission und damit auch die Helligkeit des entstehenden Lichts auf den Bildschirm kann durch weitere Elektroden in der Bildröhre durch elektrische Spannungen gesteuert werden.
  6. Durch ein Magnetfeld lässt sich der Elektronenstrahl in der Bildröhre ablenken. Dazu sind am Röhrenhals Spulen angebracht, durch welche eine von einer Elektronik gesteuerte elektrische Spannung angelegt wird.
  7. Durch dieses Spulenpaar kann der Elektronenstrahl in der Bildröhre sowohl vertikal als auch horizontal abgelenkt werden. Dies wird durch eine komplizierte Elektronik im Fernsehgerät oder im Monitor ermöglicht.
  8. Durch diese Elektronik wandert der Elektronenstrahl Zeile für Zeile über den Bildschirm von links oben nach rechts unten und schreibt durch eine gleichzeitige Ansteuerung der Bildhelligkeit sozusagen das Bild auf den Schirm.
  9. Dies geschieht aber im sogenannten Zeilensprungverfahren. Das heißt, dass zunächst die ungeraden Zeilen von oben nach unten abgetastet werden und im folgenden Durchlauf die geraden Zeilen. Hierdurch wird erreicht, dass das Bildflimmern deutlich verringert wird.
  10. Bei einer Farbbildröhre befinden sich auf der Leuchtschicht des Bildschirms immer drei direkt beieinanderliegende Farbpunkte, welcher jeder für eine bestimmte Grundfarbe (rot, grün und blau) steht.
  11. Hier schreiben drei getrennte Elektronenstrahlen das Bild auf den Bildschirm. Drei einzelne Farbpunkte auf dem Bildschirm bilden dabei einem Bildpunkt. Durch die Farbmischung kann so jede beliebige Farbe erzeugt werden.
  12. Besonders Farbbildröhren sind hoch präzise gefertigte Bauteile, welche durch eine ebenso präzise Steuerelektronik angesteuert werden. Bildröhren verschwinden aber in der heutigen Zeit immer mehr aus den Geräten, da sie durch TFT-Bildschirme ersetzt werden.

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