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Wie kann man Aufnahmen mit Langzeitbelichtung fotografieren?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Das Anfertigen von Aufnahmen mit Langzeitbelichtungen stellt besondere Ansprüche an den Fotografen.
Dazu gehören Dinge wie Geduld, Experimentierfreude, geeignete Ausrüstung, routinierte Kamerabedienung, warme Kleidung und rutschfestes Schuhwerk.

Motive oder Situationen für Aufnahmen mit Langzeitbelichtungen?

  • Die klassischen Nachtaufnahmen
  • Stadtansichten zur blauen Stunde
  • Beleuchtete Bauwerke (Kirchen, Burgen)
  • Rummelplätze
  • Sonnenauf- und Untergänge
  • Außerdem Gelegenheiten, die das Sichtbarmachen einer Bewegung gestatten. Dazu zählen Objekte, die als Wischspuren auf dem Bild zu erkennen sind. Aber genauso gut lassen sich Bewegungen verbergen. Beispiel wäre der Wellenschlag einer Küstenlandschaft, dessen Rhythmus bei einer oder mehreren Langzeitbelichtungen im wahrsten Sinne verebbt. In den meisten Situationen kommt man nicht umhin, sogenannte Belichtungsreihen zu fotografieren (mehrere Aufnahmen mit demselben Bildausschnitt und Blende, aber unterschiedlichen Belichtungszeiten).

Welche Ausrüstung ist notwendig?

Zunächst eine Fotokamera, die manuelles Eingreifen gestattet. Das muss nicht unbedingt eine Spiegelreflexkamera sein. Sie sollte allerdings die Stellung „B“ (Bulb-Modus) bieten. In dieser Einstellung wird der Verschluss bei vorgewählter Blende geöffnet, solange der Fotograf es will. Manche SLR und andere Kameras bieten im manuellen Modus „M“ die Möglichkeit, bis zu dreißig Sekunden automatisch zu belichten. Hierbei wird daher außer der Blende auch die Belichtungszeit im gegebenen Rahmen vorgewählt. In der Einstellung „M“ kommt man daher auch ohne Fernauslöser weiter, sofern möglichst erschütterungsarm ausgelöst wird. In allen anderen Fällen sind der Fernauslöser und die daran anschließbare Kamera Pflicht. 
Ein anderes Werkzeug ist das möglichst leicht transportierbare Dreibeinstativ. Einbeinstative sind eher geeignet, um z. B. ein sich bewegendes Objekt wie einen Rennwagen zu verfolgen. Für Aufnahmen mit Langzeitbelichtung am Abend, bei denen die Belichtungszeiten von Sekundenbruchteilen bis zu Minuten reichen, sollte das stabile Stativ auf nicht nachgiebigem Untergrund stehen. Außerdem sollte beachtet werden, dass möglichst keine fremden Lichter wie Auto- und Fahrradscheinwerfer, soweit sie nicht selber Motiv sind, den Bildausschnitt kreuzen. Es ist nicht attraktiv, wenn die rote Linie eines Rücklichtes das fotografierte Panorama aufteilt.

Wie fotografiert man „lange“ am Tag?

Erstellt man Aufnahmen mit Langzeitbelichtungen am hellen Tag, können Probleme dadurch auftreten, dass die Kamera die notwendigen langen Belichtungszeiten nicht erreicht. Ein Hilfsmittel ist der Grau- oder der Grauverlaufsfilter. Dabei handelt es sich um eingefärbte Vorsatzscheiben, die in die Objektivfassung eingeschraubt oder vor das Objektiv gesetzt werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Intensitäten, verschiedenen Größen und Qualitäten. Beim Verlaufsfilter wird nur ein Teil des Glases eingefärbt, damit man Bildteile „normal“ belichten kann. 

Wie lange soll der Verschluss nun offenbleiben? 

Da empfiehlt sich 'Trial & Error'. Es gibt einfache sowie komfortable Fernauslöser, die für viele Situationen Einstellzeiten bieten und es existieren auch gute Belichtungsmesser. Trotzdem zeigt die Praxis, dass man meist vom Motiv mehrere Aufnahmen erstellt, wobei man die Zeit jeweils verdoppelt. Beim Fotografieren entwickelt sich ein Gefühl dafür und bei Nachtaufnahmen reicht bloßes Sekundenzählen, denn anschließend verschneidet man doch meist geeignete Aufnahmeteile miteinander in einem Bildbearbeitungsprogramm.

 

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