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Wo liegen die Unterschiede zwischen Threema und WhatsApp?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:35
Seitdem Facebook den Nachrichtendienst WhatsApp für eine Rekordsumme von 16 Milliarden Dollar gekauft hat, sind viele Nutzer auf der Suche nach Alternativen

Seitdem Facebook den Nachrichtendienst WhatsApp für eine Rekordsumme von 16 Milliarden Dollar gekauft hat, sind viele Nutzer auf der Suche nach einer guten Alternative. Nun ist auch der Nachrichtendienst Threema im ständigen Gespräch. Hier erfährst Du, wo die Unterschiede beider Dienste liegen, um dir die Entscheidung eventuell zu erleichtern.

Fact Box

  • Beide Nachrichtendienste können Sicherheitslücken aufweisen

  • Sprachnotizen lassen sich nur bei WhatsApp verschicken

  • Die Quellcodes sind bei beiden Programmen nicht einsehbar

Die Sicherheit

  • Besonders sind die Nutzer von WhatsApp um persönliche Angaben besorgt, da Facebook dafür bekannt ist, mit diesen nicht sehr vertrauenswürdig umzugehen. Während der Nachrichtendienst vor einiger Zeit noch deutliche Sicherheitslücken aufwies, konnten die Hersteller diese Probleme jedoch teilweise beseitigen. So werden die Nachrichten grundsätzlich mit einer Verschlüsselung versehen, jedoch werden gesendete Nachrichten ohne diese verarbeitet. Da der Betreiber nun Facebook heißt, ist nicht bekannt, was mit diesen Daten passiert.
  • Doch Threema ist Whatsapp/Facebook in dieser Beziehung eine Nasenlänge voraus. Durch die sogenannte End-to-End-Verschlüsselung werden Nachrichten deutlich besser vor unbekannten, eventuell gefährlichen Nutzern geschützt. Dadurch werden die Nachrichten auf dem Smartphones des Absenders verschlüsselt. Erst nachdem sie auf dem Smartphones des Empfängers ankommen, werden sie wieder entschlüsselt. 
  • Allerdings ist weder WhatsApp, noch Threema ein sogenanntes Open-Source-Programm. Dies bedeutet, dass der Quellcode nicht veröffentlicht ist. Demnach kann niemand wirklich überprüfen, wie die angegebenen Sicherheitsmaßnahmen auch tatsächlich eingehalten werden oder eben nicht. Daher kannst Du als privater Nutzer keine der beiden Nachrichtendienste zu 100 % vertrauen.

Fast identische Funktionen

  • Beide Nachrichtendienste besitzen im Prinzip die gleichen Funktionen. So lassen sich mit beiden Programmen schnell und einfach Videos, Bilder und Textdateien verschicken. Doch in Bezug auf Sprachnotizen muss Threema passen. Diese Option steht dir als Nutzer leider nicht zur Verfügung. Bisher ist auch nicht bekannt, ob die Hersteller vorsehen, diese Option zu integrieren.
  • Deutlich wesentlichere Unterschiede liegen beim Status einer verschickten Nachricht vor. Bei WhatsApp ist es im Prinzip nicht möglich, genau nachzuvollziehen, wann eine Nachricht beim Empfänger angekommen ist und sie auch gelesen wurde. 
  • Beide Szenarien werden jeweils mit einem doppelten Häkchen gekennzeichnet. Threema löst diese Angelegenheit deutlich besser. Sobald die Nachricht lediglich verschickt wird, erscheint ein kleiner Pfeil, der nach links zeigt. Wurde die Nachricht kurz darauf beim Empfänger zugestellt, zeigt der Pfeil in eine kleine Box. Sobald der Empfänger die Nachricht dann tatsächlich liest, erscheint ein kleines Augensymbol.
  • Befindest Du dich in einem Chat mit einem anderen Nutzer, so kannst Du durch einfaches Wischen mit dem Finger auf dem Display in die Liste aller Kontakte wechseln. Bei Whats App musst du dagegen auf ein kleines, extra dafür vorgesehenes Feld tippen.
  • Threema erweckt den Anschein, dass noch einige Funktionen überarbeitet werden müssen. So werden Nutzer mit einer ID-Nummer oder ihrer E-Mail-Adresse angezeigt, sollten sie noch keinen eigenen Namen für ihr Profil bestimmt haben. Dies führt zu einer unübersichtlichen Kontaktliste und es wird für dich nicht möglich sein, alle Kontakte auf den ersten Blick zu identifizieren. 

Preis und Fazit

  • WhatsApp ist für jedes Smartphone im ersten Jahr kostenlos. Anschließend wird eine Gebühr von 0,89 Euro pro Jahr fällig. Threema kostet für Android-Geräte einmalig 1,60 Euro, für iOS-Geräte 1,79 Euro.
  • Die Unterschiede belaufen sich also auf wenige Kleinigkeiten. Letzten Endes musst Du selbst entscheiden, welche App für dich die bessere Variante ist. Es ist auch bisher noch unwahrscheinlich, dass so viele Nutzer nach Alternativen zu WhatsApp suchen und diese auch nutzen werden.

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