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Letztes Update am 11.02.2015, 14:46
Wer in Japan einen Toilettengang wagt, wird häufig von technischen Kuriositäten überrascht.

Laut der Expertenzeitschrift Asiaspiegel wurden seit seiner Erfindung in den 1980er Jahren rund 30 Millionen Stück der sogenannten Duschtoilette verkauft - zehn Millionen allein in den vergangenen fünf Jahren. Auch in Europa rückt die Innovation für das Badezimmer langsam nach, viele technische Eigenheiten finden sich aber nach wie vor nur am asiatischen Markt.

 

„Schließlich wäscht man seine Hände auch nicht mit Papier“ hieß es in den 1980er Jahren im japanischen Werbespot, welcher der Bevölkerung das Dusch-WC näher bringen sollte. Diese Meinung teilen mittlerweile viele Japaner, laut Asiaspiegel findet sich das spezielle Klosett mittlerweile in 72 Prozent der japanischen Haushalte. Auch in Europa halten die speziellen Sitze Einzug, anders als im Land ihrer Entwicklung beschränken sie sich hier jedoch auf einen Duschstrahl, Geruchsabsaugung und einen integrierten Warmluftföhn. 

Die Geräusch-Prinzessin

Die in Japan gängigen Toiletten stellen kleine Technologiewunder dar: Weil japanische Frauen die Spülung immer zweimal drückten, um mögliche körpereigene Geräusche zu übertonen, wurde die „Geräusch-Prinzessin“, entwickelt, die diesem Umstand mit ihren eingebauten Spülgeräuschen Rechnung trägt. Doch damit nicht genug der Besonderheiten, denn Farbenfreunde dürfen sich sogar an bunt leuchtenden Toilettensitzen erfreuen, andere Ausführungen wiederum versprühen angenehme Düfte, wenn man sich ihnen nähert.

Vorsorge inklusive

Als wäre das noch nicht genug der technischen Raffinesse, legten japanische Techniker noch ein bisschen nach und entwickelten eine „intelligente Toilette“, die den Blutdruck misst und den Urin auf den Zucker- oder Fettgehalt im Körper prüft. Vernetzt mit moderner Computertechnik ist es auf diese Weise sogar möglich, die gesundheitlichen Daten über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen. Sind die Werte besonders besorgniserregend, sind gewisse Modelle sogar in der Lage, den Hausarzt zu verständigen.

Kein Wunder also, dass das Washlet erst im vergangenen Jahr vom japanischen Institut für Erfindung und Invention unter die Top 10 der größten japanischen Erfindungen gewählt wurde. Es bleibt spannend abzuwarten, welche der technischen Besonderheiten auch einen Weg nach Europa finden.

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